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Wie ist das Sorgerecht im Falle einer Trennung?

Auseinander gelebt, fremd gegangen, in jemand anderen verliebt, Langeweile und Perspektivlosigkeit – die Gründe, die Paare für das Ende ihrer Beziehung angeben sind vielfältig. Wenn sich jedoch Eltern trennen und Kinder betroffen sind, dann wird es schwierig. Und meist sehr emotional.

150.000 Scheidungskinder pro Jahr in Deutschland

„Am Wochenende fliege ich wieder zu meinem Papa“, erzählt Leonie in der Schule. „Ich besuche meinen Papa auch“, sagt Timo, „aber meine Mama bringt mich hin. Ich darf sogar drei Nächte bleiben!“ Leonie und Timo sind zwei von rund 150.000 Kindern, die in Deutschland pro Jahr die Scheidung ihrer Eltern miterleben, das macht rund 400 neue Scheidungskinder täglich. Mittlerweile wird jede dritte Ehe wieder geschieden. Eine bedrückende Entwicklung. Laut Statistik erleben die meisten Scheidungskinder die Trennung ihrer Eltern in den besonders prägenden Altersstufen zwischen drei und dreizehn Jahren.

Kinder als Streit-Objekte

Kinder spüren sehr schnell, dass zwischen ihren Eltern etwas nicht stimmt. Mit ihren feinen Sinnen nehmen sie die negative Stimmung in der Familie auf, lauschen den laut streitenden Stimmen, fühlen die Distanz, die sich zwischen Mama und Papa aufbaut. Wenn es dann zum finalen Schritt, der Trennung bzw. der Scheidung, kommt, sind sie hilflos und verunsichert. Zu allem Überfluss werden sie oftmals in Objekte verwandelt, um die es zu kämpfen gilt. Wer bekommt das Haus, das Auto, das Kind?

Das sagt das Gesetz: Sorgerecht

Im deutschen Familiengesetz ist das umgangssprachlich genannte Sorgerecht unter dem Begriff „Elterliche Sorge“ verankert. Bei der Entscheidung, wer das Sorgerecht bei einer Trennung erhält, unterscheidet das Gesetz zwischen Eltern, die bei der Geburt ihres Kindes verheiratet waren und denen, die bei der Geburt nicht verheiratet waren. Waren sie verheiratet, dann gilt ein geteiltes Sorgerecht.

Waren sie nicht verheiratet, heiraten aber später, dann wird das Sorgerecht ebenfalls geteilt. Bleiben sie unverheiratet, dann geht das Sorgerecht an die Mutter. Geben die Eltern gemeinsam eine förmliche „Willenserklärung zur gemeinsamen Ausübung der elterlichen Sorge“ ab, so erhält der Vater ebenfalls das Sorgerecht. Wirkt die Mutter an der Sorgeerklärung nicht mit, bleibt dem Vater nur noch die Möglichkeit offen, einen Antrag beim Familiengericht zu stellen. Das Sorgerecht kann übrigens nicht von einem Elternteil, der laut Gesetz das Sorgerecht hat, abgelehnt werden. Bitte beachten Sie, dass wir an dieser Stelle nur eine verallgemeinerte Zusammenfassung wieder geben können und lassen Sie sich von Ihrem Anwalt beraten.

Das sagt das Gesetz: Umgangsrecht

Kinder haben das Recht auf Umgang mit jedem Elternteil, und jeder Elternteil hat das Recht auf den Umgang mit seinem Kind. Ein Umgangsrecht können zum Beispiel auch Großeltern erlangen, Geschwister oder nicht leibliche Väter. Der Umgang des Kindes mit seinen Bezugspersonen ist von besonderer Bedeutung für seine Entwicklung und wirkt sich positiv auf sein Wohlergehen aus.