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Der richtige Start in die Beikost

/media/2863393/beikost-baby.jpgDer erste Brei: ein aufregender Moment für alle Eltern. Worauf muss ich bei der Beikost-Einführung besonders achten? Wann ist der richtige Zeitpunkt und welcher Fehler darf mir auf keinen Fall passieren? Wir haben eine Expertin befragt: Hebamme Inge Rottler gibt Antwort auf die wichtigsten Fragen.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für den ersten Brei? Sollte man dabei nach dem Lebensalter des Kindes gehen oder eher nach Signalen, die es sendet?

Der richtige Zeitpunkt für den ersten Brei ist der fünfte Lebensmonat, das heißt nach vier abgeschlossenen Lebensmonaten. Sendet das Baby im fünften Monat noch keine Signale wie Speichelfluss oder erhöhtes Interesse − wenn zum Beispiel die Eltern essen −, dann sollte gewartet werden, bis es entsprechende Zeichen gibt. Allerdings kann im fünften Monat ein vorsichtiger Versuch gestartet werden: Die Mutter bietet dem Kind ein Löffelchen Brei an und sieht, ob es die Kost annimmt oder nicht.

Bietet eine besonders späte oder eine besonders frühe Einführung von Beikost besondere Vorteile? Zum Beispiel in Bezug auf mögliche Allergien?

Bis zum Ende des vierten Monats erhält das Baby ausschließlich Milchkost. Erst ab dem fünften Monat ist der kindliche Darm in der Lage, durch die Beikost ein gutes Immunsystem gegen Allergien und Infektionskrankheiten aufzubauen.

Andere Länder, andere Sitten: In Italien startet die Beikost-Einführung mit einem süßen Milchbrei, in asiatischen Ländern gibt es Reis, in den USA „cereals“. Bei uns sind Möhren oder Pastinaken der Klassiker als erste Breisorte. Warum sind diese Sorten für Kinder hierzulande die erste Wahl?

Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen, die belegen, dass der Mensch eine angeborene Vorliebe für Süßes hat. Um diese Neigung nicht zu verstärken, sollten Babys in den ersten Lebensjahren möglichst wenig Zucker zu sich nehmen. Am besten geben Eltern ihren Kindern zunächst eine gesunde Gemüsesorte, danach können weitere Sorten folgen. Das Forschungsinstitut für Kinderernährung (FKE) bietet ein sehr ausgewogenes Programm zur Einführung der Beikost an.

Welche Vorgehensweise für die Einführung verschiedener Mahlzeiten empfehlen Sie? Mit welcher Mahlzeit beginne ich, welche sollte als Nächstes folgen?

Empfehlenswert finde ich ein 3-Stufen-Programm. Dabei besteht der erste Brei aus Gemüse. Sobald das Kind diesen richtig isst, können Kartoffeln und nach einiger Zeit auch Fleisch hinzugefügt werden. Als Nächstes folgt der Getreidemilch-Brei und als Letztes der Obst-Getreide-Brei. Wichtig dabei ist, dass keinem Brei Zucker, Salz oder andere Zutaten beigefügt werden.

Manche Mütter geben erst Brei und stillen ihr Kind danach, damit es auch wirklich satt ist.Andere machen es genau umgekehrt: Sie stillen erst ein wenig, damit das Kind nicht allzu hungrig und ungeduldig ist, und probieren es dann mit dem Brei. Welche Reihenfolge empfehlen Sie?

Das Wort „Beikost“ drückt bereits aus, dass der Brei nur ein zusätzliches Element der Ernährung im ersten Lebensjahr darstellt. Als wichtigste Nahrungsquelle gilt hier nach wie vor die Muttermilch beziehungsweise Ersatzmilch. Von daher ist die Reihenfolge von Stillen und Breigabe unerheblich. Hauptsache, das Baby erhält Beikost und baut damit sein Immunsystem gut auf.

Die breifreie Ernährung sieht statt püriertem Essen Fingerfood verschiedener Lebensmittel vor, an dem sich die Kinder selbst bedienen können. Welche Vorteile sehen Sie in dieser Variante?

Sicherlich ist es von Vorteil, dass die Kinder mit Fingerfood selbstständig essen lernen. Allerdings muss dafür die Feinmotorik entsprechend ausgebildet sein. Das ist in etwa ab dem achten Lebensmonat der Fall. Wollen Eltern bis dahin keine Brei-Mahlzeiten anbieten, empfiehlt sich das Essen mit „weichen Stückchen“. Umgekehrt gibt es auch Babys, die Brei ablehnen und lieber Stückchen essen.

Braucht mein Kind Fleisch? Und wenn ja, wie viel?

Durch das Wachstum in den ersten Lebensjahren ist der Eisenbedarf besonders hoch und die vor der Geburt angelegten Eisenspeicher leeren sich mit 4 bis 6 Monaten. Deshalb sollte Fleisch spätestens ab dem sechsten Lebensmonat circa fünfmal pro Woche angeboten werden. Eltern, die ihr Kind vegetarisch ernähren wollen, sollten sich vorab über ein ausgewogenes Ernährungsprogramm informieren.

Wie verhalte ich mich, wenn mein Kind partout keinen Brei essen mag?

Unter dem Leitsatz „Kinder profitieren von der Konsequenz der Eltern“ sollte täglich Brei angeboten werden. Wenn der Nachwuchs den Brei auch nach längerer Zeit weiterhin ablehnt, können Eltern versuchen, ob sie mit „Stückchen-Essen“ mehr Erfolg haben.

Was ist Ihrer Meinung nach der größte Fehler, den man bei der Beikost-Einführung machen kann?

Manche geben zu früh auf, nach dem Motto „Das mag mein Kind nicht“. Das betrifft beispielsweise unterschiedliche Gemüse- und Getreidesorten, die ein Baby zunächst ablehnt. Wichtig ist: Immer wieder anbieten!

Und worüber machen Eltern sich unnötig viele Gedanken?

Es gibt verschiedenste Meinungen über die Beikost-Einführung. Das bringt natürlich Verunsicherungen mit sich. Grundsätzlich sollten sich Eltern aber nicht zu viele Gedanken über mögliche Verstopfungen, Durchfälle oder Allergien bei der Heranführung an feste Nahrung machen.

Vielen Dank für das Interview!


Verfasser/in: Ingrid Rottler arbeitet als Beleghebamme in der Klinik Mühldorf am Inn in der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe. Als modernes und leistungsfähiges Akutkrankenhaus der Grund- und Regelversorgung mit zusätzlichen Schwerpunkten stellt die Einrichtung gemeinsam mit der Klinik Haag in Oberbayern die medizinische Versorgung des Landkreises Mühldorf am Inn mit der angrenzenden Region sicher.

Schlagworte: Beikost | Brei | Gläschen | selber kochen


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