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„Vorbeugen ist besser als heilen“ – Warum die Durchimpfungsrate bei Kindern so wichtig ist

Impfungen können schwerwiegende Krankheiten verhindern und Leben retten. Daher ist es wichtig, Impftermine einzuhalten – auch während der Corona Pandemie. Warum Schutzimpfungen vor allem bei den Kleinen wichtig sind, erklärt der Kinder- und Jugendarzt Dr. Stephan von Landwüst im Interview.

Herr Dr. von Landwüst, warum ist es aktuell so wichtig darauf hinzuweisen, Impfungen zeitgerecht durchzuführen, um die Durchimpfungsrate bei Kindern aufrechtzuerhalten?

Wir sehen in der Corona-Krise, dass Eltern Termine bei der Kinderärztin bzw. dem Kinderarzt zu vermeiden suchen und Vorsorgeuntersuchungen nicht einhalten. Die Gesundheit der Kinder darf aber in der Pandemie nicht vergessen werden, es ist für sie sowieso schon nicht leicht – Kitas und Schulen sind zeitweise geschlossen, der Sozialkontakt ist stark eingeschränkt und sie sehen ihre Freundinnen und Freunde kaum. Das alles sind Maßnahmen, die verständlich und notwendig sind, um die Corona-Zahlen einzudämmen. Es bleibt aber wichtig, Kindern schwere Krankheiten und Leid zu ersparen und da kommen Schutzimpfungen ins Spiel.

Welche Schutzimpfungen sind für Kinder wichtig?

Im Rahmen der U-Untersuchungen stehen für Kinder in den ersten Lebensmonaten und –jahren mehrere Impfungen an, die von der Ständigen Impfkommission standardmäßig empfohlen werden. Dazu zählt die 6‑fach‑Impfung gegen Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung und Hepatitis B. Außerdem sieht der Standard-Impfplan Impfungen gegen Rotaviren, Pneumokokken, Masern, Mumps, Röteln, Windpocken und Meningokokken C vor. Gegen Meningokokken-Erkrankungen sind zudem zwei zusätzlich mögliche Impfungen gegen die Meningokokken-Gruppen B und ACWY in Kombination verfügbar.

Worin liegt die Gefahr, wenn die Durchimpfungsrate bei Kindern sinkt?

Durch Impfungen können Infektionskrankheiten verhindert und bei einer hohen Impfquote mit einsetzender Herdenimmunität* sogar ausgerottet werden. Wichtig ist daher, dass alle Impfungen bei Kindern weiterhin zeitgerecht durchgeführt und die Impfserien abgeschlossen werden, um einen bestmöglichen Schutz zu gewährleisten. Die WHO und UNICEF haben im letzten Jahr Alarm geschlagen, da aufgrund der Covid-19-Pandemie weltweit mindestens 30 Impfprogramme gegen Masern vorübergehend ausgesetzt wurden – womit sich das Risiko von Krankheitsausbrüchen in der Bevölkerung erhöht. Da Babys und Kleinkinder in den ersten Lebensjahren besonders gefährdet sind, ist es jedoch unerlässlich, Impfprogramme auch während der Pandemie fortzuführen und Impftermine einzuhalten, um Kinder möglichst frühzeitig und umfassend gegen Erkrankungen schützen zu können.

Was möchten Sie als Kinder- und Jugendarzt den Eltern mit auf den Weg geben?

Impfungen zählen zu den größten Errungenschaften der Medizin, die es Ärztinnen und Ärzten ermöglichen Gesundheit zu erhalten und Leid zu verhindern – nach dem Prinzip „vorbeugen ist besser als heilen“. Solange es ansteckende Krankheiten gibt, haben wir zum Glück durch Impfungen die Möglichkeit, uns und vor allem unsere Kinder bestmöglich zu schützen. Ich kann nur an alle Eltern appellieren, keine Impftermine ausfallen zu lassen oder zu verschieben. Insbesondere die Vorsorgen durch U-Untersuchungen im ersten Lebensjahr erlauben keinen Aufschub, sondern sollten zeitgerecht durchgeführt werden. Frühzeitige Impfungen können Kinder vor den Erregern gefährlicher Krankheiten schützen. Auch bei eher seltenen Erkrankungen, wie z. B. durch Meningokokken, sind die Impftermine sehr wichtig. Denn eine Meningokokken-Erkrankung kann innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich verlaufen und eine Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung hervorrufen. Babys und Kleinkinder sind besonders gefährdet, daran zu erkranken. Daher sollten Eltern frühzeitig ihre Kinderärztin oder ihren Kinderarzt auf Meningokokken-Impfungen ansprechen. Neben der Standardimpfung gegen Gruppe C, sind zusätzlich Impfungen gegen Gruppe B und ACWY möglich.

Weitere Infos unter www.meningitis-bewegt.de.

*Herdenimmunität bedeutet, dass für nicht geimpfte Menschen ein indirekter Schutz besteht, wenn ein großer Anteil der Bevölkerung geimpft ist.


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