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Frühkindliche Förderung – Warum sie wichtig ist und was sie bringt

Mütter wollen immer nur das Beste für ihren Nachwuchs, egal, ob im Bauch oder nach der Geburt. Das beginnt im Grunde schon, sobald sie wissen, dass sie schwanger sind. Schließlich soll sich das Baby von Anfang an optimal entwickeln und zu einem gesunden Kind heranwachsen.

Das erste Lebensjahr eines Kindes ist geprägt von vielen Schüben in der körperlichen, intellektuellen, emotionalen und sozialen Entwicklung. Hier werden die Grundlagen für das spätere Lernen und die Fähigkeiten gelegt. Aus diesem Grund ist es wichtig, die geistige und körperliche Entwicklung des Babys frühzeitig zu fördern.

Bereits im Babybauch fängt es an

Babys erleben die Welt nicht erst, wenn sie geboren worden sind. Lange vor der Geburt beginnen sie damit, ihre Umwelt wahrzunehmen. So entdeckt ein Fötus schon in der siebten Schwangerschaftswoche seinen Tastsinn, der sich von der Mundregion langsam über den ganzen Körper erstreckt. Mit seinen Händen erkundet es seine Umgebung und seinen eigenen Körper.

Außerdem reagiert ein Fötus schon ab der 18. Schwangerschaftswoche nicht nur auf die Geräusche im Mutterleib, sondern auch auf Geräusche, die außerhalb des Mutterleibs entstehen. Er nimmt die Stimme seiner Mama genauso wahr wie ihren Herzschlag und zuckt zusammen, wenn eine Tür knallt.

Gegen Ende der Schwangerschaft kann das Baby mit seinen Augen hell und dunkel unterscheiden sowie riechen und schmecken. Neben den Sinnen werden auch sonst bereits vor der Geburt die Grundsteine für einen Teil der intellektuellen Fähigkeiten des Babys gelegt.

Das bedeutet aber nicht, dass werdende Mütter ihre ungeborenen Babys nun mit klassischer Musik berieseln oder ihnen Wörter oder Zahlen im Zusammenhang mit Klopfzeichen auf den Bauch beibringen sollen. Diese und weitere Methoden zur Frühförderung werden immer häufiger in den USA und in Japan angewandt. Davon sollten werdende Mütter aber lieber Abstand nehmen.

Denn die ständigen Reize stören das Baby bei seinem Entwicklungsschlaf. In diesen häufigen, oberflächlichen Schlafphasen bewegt sich das Baby viel und auch das Gehirn wird beim Träumen trainiert. Das Baby lernt also im Schlaf und sollte daher nicht mit anderweitigen Lernmethoden wachgehalten werden.

Frühkindliche Förderung nach der Geburt

Was das Baby die Entwicklung des Babys bereits im Mutterleib begünstigt, ist viel Zuwendung durch die Eltern oder auch Geschwister. Singen, dem Baby Geschichten erzählen oder einfach mit ihm sprechen fördern die körperliche, seelische und geistige Entwicklung des Ungeborenen.

Um diese Entwicklung weiterhin positiv zu beeinflussen, ist nach der Geburt eine starke emotionale Bindung zwischen der Mutter und dem Baby wichtig. Sie wird durch viel Körperkontakt gefördert und begünstigt die emotionalen und sozialen Fähigkeiten sowie das Wohlbefinden des Babys. Es lernt, eine Bindung zu anderen Menschen aufzubauen. Das wiederum fördert seine späteren sprachlichen Fähigkeiten, indem das Baby von seinen Mitmenschen in seiner Umgebung lernt. Generell ist es wichtig, viel mit Babys und Kindern zu sprechen, damit sie ihrerseits ihre Sprachfähigkeiten entwickeln können.

Die Sinneswahrnehmungen fördern

Ebenso wichtig wie die Förderung der sprachlichen, sozialen und emotionalen Entwicklung ist es auch, den Sinneswahrnehmungen des Babys immer wieder neue Anreize zu geben. Über die Sinne erschließt sich uns die Welt, durch sie orientieren wir uns, sie warnen uns vor Gefahren. Außerdem ist der Gebrauch der Sinne eine der ersten und wichtigsten Fähigkeiten, die Babys haben. Aus diesem Grund sollte der Nachwuchs frühzeitig lernen, die verschiedenen Eindrücke einzuordnen und später sinnvoll einzusetzen.

Um die Sinne zu trainieren, sollten Mütter ihren Babys auch über das Spielzeug immer wieder Anreize schaffen und ihnen Sinneswahrnehmungen bieten. Ein lustiges Mobile über dem Bett, die schöne Melodie einer Spieluhr oder der weiche Ball in der Hand – all diese Eindrücke fördern die Entwicklung des Babys. Mütter sollten ihren Nachwuchs aber nicht mit Reizen überfordern. Babys verarbeiten sie noch nicht so schnell und werden unruhig, wenn zu viele Eindrücke auf einmal auf sie einströmen.

Stattdessen gilt beim Kinderspielzeug die Devise: weniger ist mehr. Es ist besser, ganz gezielt Bauklötze oder anderes Spielzeug aus dem Regal zu nehmen als das Baby mit Spielzeug zu überhäufen. Das beschränkt sich nicht nur auf das Babyalter, sondern sollte in jeder Altersstufe beachtet werden.

Je weniger Auswahl das Kind hat, desto besser kann es sich auf eine Tätigkeit konzentrieren. Diese Fähigkeit ist wiederum für das spätere Leben in der Schule, im Beruf sowie im sozialen Umgang mit anderen sehr wichtig. Gerade Babys können sich immer nur auf ein Spielzeug konzentrieren und sind mit allem, was darüber hinaus geht, überfordert. Besser ist es daher, gar nicht erst so viel, dafür aber qualitativ hochwertiges Spielzeug zu haben.

Das richtige Spielzeug

Denn das richtige Spielzeug für das Kind zu wählen ist für die Unterstützung der Entwicklung ebenfalls nicht ganz unwichtig. Grundsätzlich soll das Spielzeug dabei helfen, die Sinne der Kinder zu fördern, außerdem lernen sie beim Spielen fürs Leben. Deswegen sollten sie möglichst viel und intensiv spielen dürfen.

Gutes Spielzeug zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus: Es ist stabil, langlebig und bietet dem Nachwuchs die Möglichkeit, selber aktiv zu werden und das Spielzeug immer wieder neu zu entdecken.

Bauklötze zum Beispiel lassen sich beliebig erweitern und vielseitig verwenden. Und auch sonst gibt es viele Spielsachen, die sinnvoll ergänzt und stets auf eine neue Art entdeckt werden können. Sie fördern die Fantasie und Spielfreude des Kindes am besten und trainieren die Hand-Augen-Koordination. Dazu eignen sich auch Bälle, und alles, wonach das Baby greifen kann. Später sind es Sortierspiele sowie Eimer und Schaufel.

Für Kinder sind als Spielzeug auch erste Musikinstrumente wie eine kleine Trommel oder ein Glockenspiel interessant, die sie ab einem Alter von etwa einem Jahr benutzen können. Sie lieben es, mit einfachen Mitteln Klänge zu erzeugen. Kinder, die besonders großen Spaß am Musizieren haben, sollten die Möglichkeit dazu bekommen. Immerhin hat das Musizieren positive Effekte auf die Entwicklung des Kindes. So fördert das Spielen eines Instrumentes die motorischen Fähigkeiten sowie die Kreativität und die Entwicklung der Persönlichkeit.

Es gibt auf dem Markt aber eine ganze Reihe an Spielsachen, die besonders für die Kleinsten ungeeignet sind, weil sie laute Geräusche machen, von denen die Babys ständig berieselt werden. Zu den ungeeigneten Spielzeugen gehören auch die mit spitzen Ecken und Kanten und bei denen sich Kleinteile ablösen können. Diese stellen sogar eine Gefahrenquelle für Babys und Kleinkinder dar.

Beim Kauf von Spielzeug unbedingt auf eine ausreichende Sicherheit und eine gute Verarbeitung der Materialien zu achten. Außerdem ist es wichtig, dass Mütter ihrem Nachwuchs nur solches Spielzeug geben, das ihrem Alter und Entwicklungsstand entspricht.

Diese Unterscheidung sollte bewusst getroffen werden, weil Babys und Kinder sich auch innerhalb einer Altersstufe unterschiedlich schnell entwickeln. Daher ist es am besten, die Kleinen beim Spielen zu beobachten und zu verfolgen, womit sie aktuell am liebsten spielen und womit sie schon etwas anfangen können. Denn bekommt ein Kind ein Spielzeug für seinen Entwicklungsstand zu früh, wird es nicht damit zurechtkommen. Das hat Misserfolg und Enttäuschung zur Folge. Das kann nicht nur die Lust am Spielen trüben, sondern auch für das Selbstbewusstsein des Kindes schädlich sein.

Erfahrungen machen lassen

Um dagegen das Selbstbewusstsein und die Motivation, sich immer wieder neue Herausforderung zu suchen, zu bestärken, sollten Mütter ihre Kinder so viel selber machen lassen wie möglich. Das fördert außerdem ihre Selbstständigkeit und bringt Erfolgserlebnisse. Aus diesem Grund ist es besser, dem Nachwuchs keine Tätigkeiten mehr abzunehmen, die er bereits gelernt hat.

Sobald ein Kind selbstständig nach einem Spielzeug greifen oder mit dem Löffel essen kann, sollte es das nach Möglichkeit immer selbst tun, auch wenn die Zeit mal drängt. Denn nur durch Übung verbessern Babys und Kinder ihre Fähigkeiten.

Auch sonst ist es für die Entwicklung enorm wichtig, dass Kinder möglichst viele Erfahrungen selbst machen. Sie lernen bis zum grundschulalter noch nicht mit dem Verstand, sondern durch Erfahrungen und stellen sie sich damit eigenständig ihr Weltwissen zusammen, auf das sie ihr Leben lang zurückgreifen können. Statt nachdenken ist für die Kleinen also ausprobieren angesagt. Sie sind neugierig, wissbegierig und wollen die Welt entdecken.

Auch, wenn es sie oft Überwindung kosten wird, sollten Mütter ihrem Nachwuchs genügend Freiräume für eigene Entdeckungen und Erlebnisse lassen und ihm vertrauen, anstatt ihn bei den kleinsten Schwierigkeiten immer wieder vorzeitig zu stoppen. Denn je mehr Erfahrungen ein Kind macht, desto positiver beeinflusst das seine körperliche und geistige Entwicklung. Und ein Kind, dem Vertrauen entgegengebracht wird, lernt schnell, auch selbst auf sich und seine Fähigkeiten zu vertrauen. Das macht Mut und stärkt das Selbstwertgefühl.

Bilder

Abbildung 1: fotolia.com © Oksana Kuzmina # 120435985

Abbildung 2: fotolia.com © pololia #140829129

Abbildung 3: fotolia.com © Oksana Kuzmina # 150129944

Abbildung 4: fotolia.com © famveldman # 115660090