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Wie unterstütze ich mein Kind beim Selbstständig werden?

Baby SelbstständigkeitAussagen wie „Ich kann das schon!“ oder bei Kleinkindern das typische „Leine machen!“ zeigen einen wichtigen Entwicklungsschritt von Kindern an: Das Selbstständig werden. Das Selbstständig werden erleben Kinder mit gemischten Gefühlen. Sie wollen gerne „schon groß sein“, aber es klappt nicht immer alles so, wie sie sich das wünschen. Unterstützung von den Eltern ist hier sehr wichtig.
Eines Tages müssen sich die Kinder von ihren Eltern lösen und Verantwortung für sich selbst übernehmen. Bis es so weit ist, brauchen Kinder viel Hilfe auf dem Weg zur Selbstständigkeit. Die Förderung der Selbstständigkeit sollte deshalb einen großen Stellenwert in der Kindererziehung einnehmen.

Die ersten Anzeichen für Selbstständigkeit

Selbstständigkeit erlernt ein Kind nicht von heute auf morgen, es ist vielmehr ein langer Prozess, der mit ca. elf bis zwölf Monaten beginnt und über viele Jahre hinweg andauert. Das erste Anzeichen für das sich entwickelnde Selbstbewusstsein ist die Verwendung des Wortes „ich“. Das Kind hat sich nun bewusst als eigenständige Person entdeckt, die Wünsche und Gefühle hat.

Urvertrauen und Nähe schenken

Viel körperliche Nähe, Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit helfen dem Kind dabei, ein starkes Urvertrauen zu seinen Eltern und seiner Umwelt zu entwickeln, Selbstbewusstsein aufzubauen, Unsicherheit zu überwinden und sich etwas zuzutrauen.

Lob und Zuspruch

Kinder werden von Haus aus gerne gelobt und freuen sich über jede gelungene Aktion. Auch in Bezug auf die Selbstständigkeit sind lobende Worte, Zuspruch und Aufmunterung wichtige Bausteine im Entwicklungsprozess. Zu viel Lob ist auch nicht gut, aber die aufrichtige Anerkennung einer gut gemeisterten Sache wirkt sich positiv auf die Selbstständigkeit des Kindes aus.

Auch Teilerfolge zählen

Komplexere Tätigkeiten wie das Schließen eines Reißverschluss, das Binden von Schnürsenkeln, das Anziehen von Strumpfhosen oder Fingerhandschuhen klappen bei den ersten Versuchen meist noch nicht so gut. Deshalb sollten auch Teilerfolge lobend erwähnt werden, zum Beispiel, wenn der Reißverschluss zumindest schon einmal eingefädelt ist oder vier von fünf Fingern an der richtigen Stelle im Handschuh stecken. Anschließend sollte die Ermunterung zu einem neuen Versuch erfolgen.

Selbstständigkeit vs. Beschützer-Instinkt

Viele Eltern stellen fest, dass das richtige Verhältnis zwischen Erziehung zur Selbstständigkeit und dem Behüten des Kindes schwer zu finden ist. Das Nachbarkind geht mit sechs oder sieben Jahren vielleicht schon allein von der Schule nach Hause. Man selbst kann sich aber noch nicht dazu durchringen, seinem Kind den gleichen Freiraum zu gewähren. Ein Richtig oder Falsch gibt es bei solchen Entscheidungen nicht, sie sind abhängig von der Entwicklung des Kindes und vom Vertrauensverhältnis zwischen ihm und seinen Eltern. Äußere Faktoren wie in diesem Fall die Sicherheit auf dem Schulweg spielen natürlich auch eine Rolle.

Was fördert die Selbständigkeit?

Alle Dinge, bei denen sich Kinder „größer“ oder „erwachsener“ fühlen als bisher, die neu und aufregend sind, fördern das selbstständige Handeln. Dazu gehört zum Beispiel das Essen mit Messer und Gabel statt mit dem Löffel. Alleine anziehen, alleine das Zimmer aufräumen oder später alleine zum Bäcker gehen, sind weitere Übungen, die sich gut zur Förderung eignen.

Zeit und Geduld

Wenn die Zeit drängt, man zum Kindergarten und zur Arbeit muss, dann kollidieren die Erziehung zur Selbstständigkeit und die elterliche Geduld manchmal miteinander. Die zehn Minuten Zeit, die es dauert, den Reißverschluss einzufädeln und zu schließen, sind dann oftmals einfach nicht übrig. Hier ist es wichtig, Kompromisse zu finden. Nach dem Kindergarten darf sich das Kind alleine anziehen, aber vorher, wenn es schnell gehen muss, ist Mama noch die Anzieh-Chefin.

Nicht überfordern

Wenn das Kind gewisse Dinge alleine erledigen und teilweise schon im Alltag mithelfen kann, freuen sich Eltern über ein kleines Stück mehr Freiheit. Über ein wenig mehr Schlaf, weil das Fertigmachen am Morgen nicht mehr so lange dauert, über Hilfe beim Aufräumen oder Tisch decken, über die Hilfe beim Wäsche machen. Wird das neu erlernte Können allerdings zu früh von den Eltern eingefordert, kann das Kind schnell die Lust verlieren und die Motivation, Neues zu versuchen. Ein Kind sollte das Erlernte anfangs einsetzen dürfen, wann es es möchte und dafür bereit ist. Hat sich eine gewisse Sicherheit entwickelt, dann wird das Kind auch bald regelmäßige Aufgaben übernehmen können und wollen.