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Diagnose Meningokokken-Sepsis

München, Februar 2020.

Im Rahmen eines Pressevents in München haben wir gestern unser Wissen zum Thema Meningokokken für Sie aufgefrischt. 2018 gab es 295 Meningokokken-Fälle in Deutschland.¹ Meningokokken-Erkrankungen sind zwar selten, können aber innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich verlaufen und zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung (Sepsis) führen. Babys und Kleinkinder sind am häufigsten betroffen. Auch Jugendliche zählen zur Risikogruppe.²

Bei Meningokokken-Erkrankungen kann es zu plötzlich auftretenden unspezifischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Fieber, Schüttelfrost, Schwindel und schwerstem Krankheitsgefühl kommen.³ Bei einer Hirnhautentzündung kommen Erbrechen und Nackensteifigkeit hinzu. Weiterhin können Symptome wie Reizbarkeit, Schläfrigkeit sowie Krampfanfälle oder Hirnnervenlähmungen auftreten. Bei septischen Verläufen kommt es zum Blutdruckabfall und zum Organversagen.³

Beim ersten Verdacht auf eine Meningokokken-Erkrankung sollten Eltern sofort einen Arzt oder ein Krankenhaus aufsuchen. Trotz Behandlung treten bei jedem fünften Erkrankten Komplikationen und Spätfolgen auf. Infolge einer Hirnhautentzündung können zum Beispiel Entwicklungsstörungen, Krampfleiden, Erblindung und Hörverlust auftreten. Kommt es zu einer Blutvergiftung, kann es zu Haut- und Gewebezerstörung und Vernarbungen kommen, in Extremfällen sogar zu Amputationen.⁴ Hier berichtet uns Andrea Vogt-Bolm, vom Verein Ampu Kids von den tragischen Schicksalsschlägen der betroffenen Familien. „Eine Meningokokken Erkrankung, die nicht schnell genug erkannt wird, stellt das Leben der betroffenen Familien gewaltig auf den Kopf“, erzählt die Leiterin der Beratungseinrichtung mit gedrückter Stimme.

Nach Diagnose Meningokokken-Sepsis:
Zwischen Hoffen und Bangen

So hat leider auch die kleine Isabella mit den Spätfolgen eine Meningokokken-Sepsis zu kämpfen. Ihre Geschichte geht uns sehr nahe. Als die Diagnose gestellt wurde, hatte Julia (Name geändert) mit ihrer damals sieben Monate alten Tochter bereits eine Odyssee hinter sich. Und sie hatte keine Vorstellung davon, was noch folgen sollte.

Als Isabellas (Name geändert) Fieber nicht herunterging, sie lethargisch war und leichten Durchfall hatte, brachte Julia ihre Tochter ins Krankenhaus. Und wurde nicht stationär aufgenommen, da die Symptome noch einem grippalen Infekt ähnelten. Eine Dreiviertelstunde später lief Isabella blau an, lag schlaff und krampfend in Julias Armen. Wieder ins Krankenhaus, diesmal ein anderes. Hier wurde zunächst vermutet, dass die Kleine eine Sepsis nach einem Harnwegsinfekt habe. Als sich zwölf Stunden nach den ersten Symptomen jedoch Hauteinblutungen am ganzen Körper ausbreiteten, konnte eine Blutvergiftung durch Meningokokken, eine sogenannte Meningokokken-Sepsis bestätigt werden.

Isabella hat überlebt. Neben der Meningokokken-Sepsis erlitt sie weitere Erkrankungen, insbesondere der Lunge, und steckte sich mit einem Krankenhauskeim an. Bislang war sie mehr als vier Monate zur Behandlung in Kliniken.

Kennen Sie den genauen Impfstatus Ihres Kindes gegen Meningokokken?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Impfung für alle Kinder im Alter von 12 bis 23 Monaten gegen Meningokokken der Serogruppe C. Eine fehlende Impfung sollte bis zum 18. Geburtstag nachgeholt werden. Darüber hinaus stehen Impfungen gegen weitere Serogruppen (ACWY und/oder B) zur Verfügung.

Eine aktuelle Elternstudie⁵ ergab, dass 32 % der befragten Eltern nicht bekannt ist, dass es neben Gruppe C noch weitere Meningokokken-Gruppen gibt, gegen die man durch Impfungen schützen kann. Gruppe B ist mit ca. 60 % für die meisten Fälle in Deutschland verantwortlich, gefolgt von Y, C, W, A und anderen.¹

Das hat uns natürlich den Anlass gegeben hier in der Redaktion direkt die Impfhefte unserer Kinder zu kontrollieren: Bei allen 3 Impfbüchern, die wir unter die Lupe genommen haben, fanden wir nur einen Stempel der Meningokken C Impfung. Dr. Markus Kirchner, Experte zum Thema Kinderimpfstoffe, Meningokokken- Erkrankungen und Epidemiologie erklärt, dass inzwischen 85 % der Krankenkassen auch die Impfung gegen die Gruppe B übernehmen (Übersicht Kostenübernahme der Meningokokken-B-Impfung). Da die Krankheitslast hierzulande weiterhin sehr niedrig ist, wird die Impfung gegen Meningokokken B derzeit aber nicht standardmäßig von der STIKO empfohlen. Sprechen Sie deshalb aufjeden Fall das Thema beim nächsten Kinderarztbesuch an. Wir werden es auch tun.

Quellenangaben

¹ RKI: „Infektionsepidemiologisches Jahrbuch meldepflichtiger Krankheiten für 2018“. Verfügbar unter: https://bit.ly/2Kf9HZs. November 2019.

² BZgA: „Erregersteckbrief Meningokokken“. Verfügbar unter: https://bit.ly/32KHTmh.November 2019.

³ RKI: „Ratgeber Meningokokken”. Verfügbar unter: https://bit.ly/34RsKkm. November 2019.

⁴ Deutsches Grünes Kreuz: „Häufige Fragen und Antworten zu Meningokokken-Erkrankungen“.
Verfügbar unter: https://bit.ly/2O8tlaw. November 2019

⁵ Parents Awareness Tracker – Parent Activation Initiative Market Research, IPSOS on behalf of GSK. 27 March – 15 April, 2019. (Data on File: 2019N405209_01)

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