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Wie benutze ich eine Milchpumpe?

Muttermilch ist die perfekte Ernährung für Ihr Baby. Viele stillende Mütter fühlen sich aber sehr ans Kind und die eigenen vier Wände „gekettet“. Denn das Stillen in der Öffentlichkeit ist nicht jedermanns Sache. Und gerade in den ersten Wochen sind die Stillzeiten lang und schlecht planbar. Eine Milchpumpe ist deshalb die perfekte Ergänzung zum Stillen. Mit abgepumpter Milch im Kühlschrank können Sie sich auf einen Kino-Abend, einen Restaurant-Besuch oder einfach mal ein Glas Wein freuen – und Papa oder der Babysitter sind für die nächste Milch-Mahlzeit zuständig.
„Du stillst mehr als vier Stunden täglich? Das ist ja ein halber Arbeitstag!“ Diese Erkenntnis schockierte den Freund meines Mannes, der mich im Wochenbett besuchte, nachhaltig. Die Antwort auf seine Frage: „Was machst du jetzt eigentlich den ganzen Tag?“ hatte er sich wohl anders vorgestellt.

Sicher: Jedes Kind ist und isst anders. Andere Kinder nuckeln vermutlich nicht – wie mein Sohn – bis zu 60 min am Stück vor sich hin, bis sie endlich satt sind. Aber meine Gespräche mit anderen Mamis haben mir gezeigt: Stark einschränkend ist das Stillen für alle Eltern. Die Mütter dürfen sich nur für eine begrenzte (und meist nicht absehbare) Zeit vom Kind entfernen. Die Männer hingegen können sich beim Thema Ernährung kaum einbringen und sind während der Stillzeit irgendwie außen vor.

Das Beste aus beiden Welten: die Milchpumpe

Wer als stillende Mutter kleine Freiheiten genießen möchte, greift am besten zur Milchpumpe. „Ab der 8. Lebenswoche können Sie ohne schlechtes Gewissen hin und wieder abgepumpte Milch mit dem Fläschchen füttern“, rät Franziska Luck, Hebamme aus Hamburg. „Ab diesem Zeitpunkt kann es durch den Wechsel von der Brust zur Flasche kaum noch zur Saugverwirrung kommen.“ Dieser Punkt ist wichtig: Gewöhnt sich das Kind durch das Trinken aus der Flasche nämlich ein falsches Saugen an der Brust an, ist das Stillen oft nicht mehr erfolgreich.

Ab der 8. Woche aber bietet der Einsatz der Milchpumpe viele Vorteile:

  • Durch das Abpumpen muss das Baby in Ihrer Abwesenheit auf Muttermilch nicht verzichten.
  • Hilfreich bei zu wenig Milch: Die Milchproduktion wird durch das Pumpen angeregt.
  • Die abgepumpte Milch aus dem Fläschchen kann der Vater prima füttern. So ist Papa beim Thema Ernährung nicht mehr außen vor.

Elektrisch oder von Hand?

Bei Milchpumpen wird zwischen elektrischen Geräten und Handpumpen unterschieden. Die Handpumpen sind eher für den sporadischen Einsatz geeignet. Auch zum Abpumpen überschüssiger Milch reichen sie aus. Für einen regelmäßigen Einsatz und ganze Mahlzeiten empfehlen wir Ihnen aber eine elektrische Milchpumpe – sie ist deutlich schneller und einfacher zu handhaben.

Übrigens: Sie müssen die Milchpumpe nicht unbedingt kaufen! Viele Apotheken bieten mittlerweile einen Leih-Service an. „Die Apotheke überreicht Ihnen eine große, graue Box – darin befindet sich die Pumpe. Das zugehörige Pump-Set mit Aufsätzen in Ihrer Größe kaufen Sie selbst“, erklärt Hebamme Franziska Luck. „Machen Sie sich deshalb keine Gedanken um die Hygiene: Alles, was in direktem Körperkontakt mit Ihnen oder Ihrem Kind ist, kaufen Sie neu und ungebraucht.“ Die Kosten für ein solches Pump-Set liegen bei ca. 20 Euro. Die Leihgebühr für die Pumpe beträgt ca. 1 bis 2 Euro am Tag. Planen Sie einen langfristigen Einsatz der Pumpe? Dann lohnt sich vermutlich die Anschaffung: Pumpen gibt es ab ca. 130 Euro zu kaufen. Übrigens: Bei Stillproblemen wie einem Milchstau oder zu wenig produzierter Milch kann Ihnen Ihr Arzt auch eine Pumpe auf Rezept verschreiben.

Wie funktioniert eine Milchpumpe?

Besonders wichtig: Die Milchpumpe muss korrekt angelegt werden. Dafür muss die Größe des Aufsatzes für Ihre Brustwarze richtig sein! Genau wie beim Stillen soll auch der Warzenhof umschlossen sein – aber möglichst nicht mehr Haut um ihn herum. Lassen Sie sich von Ihrer Hebamme beraten und den genauen Gebrauch der Pumpe erklären, auch während des ersten Abpumpens. Denn liegt die Pumpe durch eine falsche Größe nicht richtig an, kann die Brustwarze wund und rissig werden.

Die Menge der abgepumpten Milch und die Geschwindigkeit variieren übrigens – genau wie beim Stillen – von Frau zu Frau. Bei vielen Frauen setzt der sogenannte Milchspendereflex zum Beispiel erst nach 1 oder 2 Minuten ein. Wundern Sie sich also nicht, wenn Sie ein wenig Anlaufschwierigkeiten beim Pumpen haben. Durch das Pumpen wird die Milchproduktion aber angeregt. Sie können also sicher sein, dass die Menge der Milch durch das Pumpen langfristig ansteigt. „Pumpen Sie besser nicht mehr als 2 Mal täglich“, rät Hebamme Franziska Luck, „da die Milchproduktion sonst zu stark angeregt wird. Und möchten Sie mit dem regelmäßigen Pumpen wieder aufhören, reduzieren sie es schrittweise.“

Reinigen Sie die Pumpe nach jedem Gebrauch sorgfältig. Die Einzelteile des Pump-Sets säubern Sie einfach auf dieselbe Weise wie Ihre Milchfläschchen.

Tipps für Abpump-Anfänger

Aller Anfang ist schwer – und das Pumpen eine ungewohnte Situation. Diese Hinweise helfen Ihnen bei Anfangsschwierigkeiten:

  • Machen Sie es sich beim Pumpen genau so gemütlich wie beim Stillen. Wenn es bequemer für Sie ist, nutzen Sie ruhig Ihr Stillkissen. Sind Sie entspannt, funktioniert das Abpumpen besser.
  • Wechseln Sie – wie beim Stillen – auch beim Abpumpen öfters die Seiten.
  • Wärmen Sie Ihre Brust vor und während des Pumpens mit einer Wärmflasche oder einem Kirschkernkissen.
  • Massieren Sie Ihre Brust während des Pumpens mit kreisenden Bewegungen.
  • Schalten Sie die elektrische Pumpe in einem Moment ab, in dem sie gerade nicht pumpt, oder lösen Sie das Vakuum der Pumpe vorher mit Ihrer Hand. So ist der Pump-Stopp weniger schmerzhaft.

Wie bewahre ich Muttermilch auf?

Fertig abgepumpt – und nun? Im Kühlschrank ist Muttermilch maximal drei Tage haltbar. Lagern sie die Milch bitte nicht in der Kühlschranktür, da es hier innerhalb des Kühlschranks am wärmsten ist. In speziellen Muttermilchbehältern können Sie die Milch im Gefrierfach bis zu einem halben Jahr aufbewahren. Eingefrorene Muttermilch bitte im Kühlschrank oder bei Raumtemperatur auftauen lassen, auf keinen Fall in der Mikrowelle. Nach dem Auftauen können Sie die Milch 24 Stunden lang verfüttern. Danach muss sie entsorgt werden und darf nicht wieder eingefroren und auch kein zweites Mal erwärmt werden! Zum Erwärmen nutzen Sie am besten ein heißes Wasserbad.

Sie haben keine Möglichkeit, die Milch zu kühlen (weil sie zum Beispiel unterwegs sind)? Dann verfüttern Sie sie spätestens nach sechs bis acht Stunden – bei sommerlichen Temperaturen deutlich früher!

Abpumpen: ein ganz schöner Aufwand

Sie merken es schon an der Länge dieses Artikels: Abpumpen ist Arbeit! Der Wechsel von der Brust zum Fläschchen kann beim Kind innerhalb der ersten Lebenswochen zur Saugverwirrung führen. Aus Ihrer Brust kommt die Milch außerdem wann immer Sie wollen in der richtigen Menge, mit der richtigen Temperatur, „sauber“ und trinkfertig. Diesen Luxus kann abgepumpte Milch natürlich nicht bieten.

Dafür können Sie den Luxus genießen, mal wieder einen Abend auszugehen. Und auf die Frage: „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“ das nächste Mal nicht mit „Stillen und Wickeln!“ antworten zu müssen.