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Nebenbuhler Kind: Kann Eifersucht die Beziehung belasten?

Nebenbuhler BabySpontane Ausgehabende zu zweit, Kuscheln auf der Couch und ungestörte Nächte – mit der Geburt eines Babys sind solch Paarrituale erstmal passé. Die neue Lebenssituation ist für die meisten frischgebackenen Eltern erstmal eine echte Herausforderung. Denn: Wie sehr sich das Leben des mit Paares mit Geburt eines Kindes verändert, merkt sie erst, wenn es dann da ist. Dabei kann es durchaus zu Gefühlen der Eifersucht kommen.

Fühlt sich der Partner vernachlässigt, ist das nicht die Schuld des Kindes, sondern ein Problem der Beziehung. Das ist ein bisschen hart formuliert, denn es muss während einer Schwangerschaft oder nach einer Geburt nicht gleich eine Problembeziehung entstehen. Man sollte sich aber trotzdem darüber im Klaren sein, dass sich in der Partnerschaft schon einiges verändert. Die werdende Mutter erlebt sich neu und ist naturgemäß stärker mit sich selbst beschäftigt. Schon damit kann sich der Partner zurückgesetzt fühlen. Das fällt umso stärker ins Gewicht, wenn es kein Wunschkind ist.

Spontane gemeinsame Unternehmungen sind nicht mehr ganz so spontan, das Kuscheln und sonstige Paarrituale laufen zunächst einmal auf Sparflamme. Das heißt, alles was bis dato ein Paar enger miteinander verbunden hat, tritt in den Hintergrund. Das kann sich, besonders nach der Geburt noch einmal zuspitzen, denn auch die körperlichen Anforderungen an die junge Mutter – oft 24 Stunden am Tag – steigen, manchmal bis zur Erschöpfung. Sie ist oft müde, so dass sich das Verlangen nach Sex in den ersten Wochen danach nur sehr spärlich ausfällt oder überhaupt fehlt.

Eine Schwangerschaft und eine Geburt kann aber auch als etwas Intensives und Verbindendes, Schönes und Gemeinsames empfunden werden, vor allem dann wenn sie sehnlichst gewünscht wurde.

Wie kann man sich gemeinsam auf diese Zeit vorbereiten?

Man muss sich im Klaren sein, dass auf das Paar eine Umstellung in ihrem Zusammenleben zukommt. Das Rollenverhalten verändert sich. Der Fokus liegt nicht mehr auf dem Partner, sondern auf dem Kind. Dies betrifft die Frau, vielmehr aber noch den Mann. Damit sich dieser nicht beiseite gedrängt fühlt, muss er aktiv an diesem Umstellungsprozess teilnehmen. Er kann Nähe zu seinem Kind aufbauen, indem er z.B. mit ihm badet, im Bett kuschelt, Spaziergänge unternimmt. Je öfter und je länger er sich so mit seinem Kind beschäftigt, desto stärker wächst bei ihm das Gefühl, gebraucht zu werden und desto geringer ist die Gefahr, eifersüchtig auf seinem Nachwuchs zu werden.

Sollte dies trotzdem der Fall sein, muss er es offen aussprechen, denn auch der Mann hat ein Recht, beachtet zu werden. Es darf sich nicht alles nur ums Kind drehen:

Eine glückliche Familie braucht nicht nur eine glückliche Mutter, sondern glückliche Eltern!

So sehen es auch die Familientherapeuten. Das heißt im konkreten Fall dass sich die Eltern dann auch Zeit nur für sich selbst nehmen sollten. Dies lässt sich praktischerweise dadurch realisieren, dass man eine Betreuung für das Kind organisiert, eventuell über ein Netzwerk, das gegenseitige Hilfeleistungen ermöglicht. Wenn ein Kind noch im Schlafzimmer oder gar im Bett der Eltern schläft, sollte man sich überlegen, es nach einer gewissen Zeit an ein anderes Zimmer zu gewöhnen. Damit schaffen sich die Eltern wieder eine gewisse notwendige „Privatsphäre“. Das sind nur zwei Beispiele von vielen, wie man das Zusammenleben harmonisieren kann.

Ist das Verhältnis des Kindes zur Mutter und zum Vater ausgeglichen?

Es kommt oft vor, dass sich ein Elternteil zurückgesetzt fühlt, zum Beispiel dann, wenn das Kind sich immer nur von der Mutter trösten lassen will oder Geheimnisse nur mit dem Vater teilt. Das kann eine Phase sein, in der sich Kinder einem Elternteil mehr hingezogen fühlen, die aber meist von selbst vorübergeht. Wenn das nach einer angemessen Zeit nicht geschieht, muss man gezielt nach den Ursachen suchen und versuchen, Defizite auszugleichen; wenn also der Vater unter der Woche lange arbeitet und sich nicht um das Kind kümmern kann, könnte er beispielsweise einen Kind-Vater Tag am Wochenende einlegen.

Schwierig wird es dann, wenn ein Elternteil häufig – in den Augen der Kinder – eine negativ besetzte Rolle einnimmt. Wenn also z.B. ein Partner nichts, der andere alles erlaubt. Wie man weiß, gehen Kinder immer den Weg des geringsten Widerstands. Auch dadurch können Eifersuchtsgefühle entstehen.

Das kann auch mit unterschiedlichen Wertevorstellungen der Partner zusammenhängen. Wenn also beispielsweise der Vater jeden Abend Süßigkeiten mitbringt, die Mutter tagsüber gesunde Kost gepredigt und vorgesetzt hat, sind dies schon gegensätzliche Verhaltensweisen, die ins richtige Lot gebracht werden müssen. Das ist in diesem Fall nicht einfach und verlangt von beiden Seiten große Zugeständnisse.

Versuchen muss man es trotzdem, weit auseinander liegende Vorstellungen über die Erziehung der Kinder zu glätten, indem man die Probleme offen anspricht und lösungsorientiert diskutiert. Dann wird sich auch kein Partner mehr zurückgesetzt fühlen.


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