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CTG – Was ist das und was macht das?

Mit einem CTG wird eigentlich jede Schwangere wenigstens einmal konfrontiert. Spätestens bei der Geburt wird das CTG eine zentrale Rolle spielen und daher sollte jede Frau, die ein Baby bekommt wissen, was das ist.

Fotolia_60383963_XS.jpgWas bedeutet CTG?

CTG leitet sich aus dem englischen Wort „CardioTocoGraphy“ und heißt ins Deutsche übersetzt Kardiotokographie und bedeutet „Herzton-Wehen-Schreiber“. Das heißt, dass die Herztöne des Babys und eine eventuell vorhandene Wehentätigkeit aufgezeichnet und in Abhängigkeit voneinander beurteilt werden können.

Das CTG funktioniert mit Hilfe von Ultraschall. Ähnlich wie bei dem bildgebenden Verfahren werden hierbei Ultraschallwellen durch einen am Bauch befestigten Knopf gesendet und empfangen und ermitteln somit hörbar die Herztöne des Babys. Das ist übrigens nicht vergleichbar mit einem EKG, das bei einem erwachsenen Menschen durchgeführt wird, um unsere Herztöne abzuleiten, denn bei einem EKG werden die elektrischen Ströme gemessen.

Wann wird das erste CTG in der Schwangerschaft durchgeführt?

Wenn Sie schwanger sind, fragen Sie sich sicherlich, ab welcher Woche Ihrer Schwangerschaft eine Kardiotokographie gemacht wird. Ab wann und wie oft ein CTG gemacht wird, hängt vom Verlauf der Schwangerschaft ab. Der Großteil der Gynäkologen schreibt meist ab der ab der 28. Schwangerschaftswoche bei jeder Vorsorgeuntersuchung routinemäßig ein CTG. Wenn ein CTG in einer Hebammenpraxis vorhanden ist, werden die dort tätigen Hebammen ungefähr ab dieser Schwangerschaftswoche auch ein CTG durchführen, um die Herzfrequenz des Ungeborenen zu kontrollieren. Dies dient sowohl für den Arzt als auch für die Hebamme aber zumeist nur zur rechtlichen Absicherung und ist in den wenigsten Fällen wirklich nötig.

In der Schwangerschaft gehört eine Kardiotokographie nicht zwingend zur Schwangerschaftsvorsorge dazu. Die führenden Leitlinien zu diesem Thema beschreiben, dass ein CTG in der Schwangerschaft nur notwendig ist, wenn entweder eine Risikoschwangerschaft festgestellt wurde, wenn es Schwangerschaftsbeschwerden gibt (z.B. erhöhter Blutdruck, Schwangerschaftsdiabetes oder sonstige im Verlauf auftretende Beschwerden, wie vorzeitige Wehentätigkeit o.ä.) oder wenn der errechnete Geburtstermin erreicht und überschritten wurde.

Was bedeuten die einzelnen CTG Werte?

Das CTG misst die Herzfrequenz des Babys. Dabei beurteilt der Gynäkologe oder die Hebamme jedoch immer die gesamte Kurve der aufgezeichneten kindlichen Herzfrequenz. Folgende Dinge fließen in die Auswertung einer Kardiotokographie mit ein:

Die Grundfrequenz des kindlichen Herzschlages ist mit dem Ruhepuls eines Erwachsenen vergleichbar und liegt bei einem unauffälligen CTG bei 120–160 Schlägen pro Minute. Schwankungen der Herzfrequenz sind als kleine Ausschläge auf dem CTG zu erkennen. Durchschnittlich gibt es davon etwa fünf bis fünfzehn pro Minute, sowohl über- als auch unterhalb der Grundfrequenz.

CTG: Schwankungen der HerzfrequenzIn einem 30-minütigen CTG sollten etwa zwei erkennbare Ausreißer nach oben (Akzelerationen) erkennbar sein. Diese kommen durch Kindsbewegungen zustande und steigern die Herzfrequenz des Babys um etwa 15 Schläge pro Minute und dauern meist 15 Sekunden an. Fehlen diese Akzelerationen, ist es möglich, dass das Baby schläft – Arzt oder Hebamme werden nach Weckversuchen die Dauer der Kardiotokographie etwas verlängern.

Ausreißer nach unten (Dezelerationen) tauchen in Zusammenhang mit Wehen auf und zeigen, dass das Kind auf die Wehe der Mutter angemessen reagiert. Mit Beginn der mütterlichen Wehe sinkt die Herzfrequenz des Babys.

Toco (oder Toko) zeichnet die Wehentätigkeit der Mutter auf. Einen festgeschriebenen Wert, ab wann eine Wehe eine Wehe ist, gibt es pauschal nicht. Der CTG – Kopf misst lediglich den Druck der Gebärmutter. Bei der Auswertung der Kardiotokographie wird deshalb lediglich auf eventuelle regelmäßige Ausschläge geachtet.

Wie lange dauert ein CTG und was passiert bei Auffälligkeiten?

Die Dauer, die Sie an das CTG angeschlossen sind, beläuft sich auf etwa 30 Minuten, bei Auffälligkeiten wird die Aufzeichnung im Zweifelsfall verlängert. Die 30 Minuten sind laut Studien der benötigte Zeitraum, um durch die aufgezeichnete Herzfrequenz den Gesundheitszustand des Babys im Bauch ausreichend beurteilen zu können. Was dabei aber kaum Beachtung findet, ist, dass nur 30 von 1440 Minuten am Tag angeschaut werden. Deshalb können gerade während einer Kardiotokographie Auffälligkeiten auftreten, die im Zweifel in der restlichen Zeit des Tages völlig normal sind.

Wenn das Baby in den 30 Minuten zum Beispiel einfach nur schläft, dann sind oft die Herztöne zu niedrig. Legt sich das Baby, beispielsweise durch viel Bewegung, während des CTGs kurz mal auf die Nabelschnur, können die Normwerte ebenfalls abweichen. Sie werden dann meist gebeten, eine andere Lageposition einzunehmen. Sollten sich die Werte allerdings dauerhaft außerhalb der Normalwerte befinden, werden Sie von Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme zur weiteren Abklärung in die Geburtsklinik geschickt.

Gibt es bei der Geburt auch ein CTG?

Während der Geburt allerdings ist ein CTG unerlässlich. Denn hier ist es wichtig zu beurteilen, wie das Baby in Stresssituationen reagiert. Ob es mit den Wehen gut zurechtkommt und ob das Baby ausreichend Reserven zeigt. Eine Wehe dreht dem Baby nämlich für eine ganz kurze Zeit gewissermaßen den Saft ab.

Das Kind ist im Bauch von der Blutversorgung über die Nabelschnur abhängig, welche mit dem Mutterkuchen verbunden ist. Die Gefäße des Mutterkuchens wiederum sind scherenartig mit den Muskeln und Gefäßen der Gebärmutter verästelt und bei jeder Muskelkontraktion der Gebärmutter werden die Gefäße des Mutterkuchens kurz zusammengedrückt, und die Blutversorgung zum Baby ist für die Wehendauer eingeschränkt, aber nicht gänzlich unterbrochen.

Daher möchten Hebamme und Arzt wissen, wie gut das Ungeborene mit dieser kurzen Unterbrechung in der Wehe auskommt. Bei einer unkomplizierten Geburt reicht es, wenn alle 2 Stunden für 30–45 Minuten die Herztöne und Wehen aufgezeichnet werden. Sobald es aber zu Problemen kommt oder Medikamente gegeben werden müssen, kann es durchaus sein, dass eine Kardiotokographie über einen längeren Zeitraum oder sogar kontinuierlich bis zur Geburt abgeleitet wird.

Gibt es in Geburtshäusern oder bei Hausgeburten auch ein CTG?

In Geburtshäusern oder bei Hausgeburten gibt es meistens kein CTG–Gerät. Da aber auch dort nicht auf die Ableitung der kindlichen Herztöne verzichtet werden kann, besitzt die geschulte Hebamme in diesem Fall das sogenannte Dopton. Das Dopton ist ein kleines Gerät, welches ähnlich wie das CTG per Ultraschallwellen die Herztöne des Babys darstellen, jedoch aber keine Wehen aufzeichnen kann. Deswegen ist die Hebamme die ganze Zeit bei der Frau um diese zu beobachten. Sie überprüft die Herzfrequenz des Babys unmittelbar, wenn die Wehe beginnt und, wichtiger noch, wenn die Wehe vorbei ist. Anhand der Herztöne kann sie somit Aufschluss über den Zustand des Babys im Bauch geben.

Bekommt das Baby das CTG mit?

Ein CTG hört sich für das Baby so laut an, wie ein einfahrender U-Bahn-Zug. Von daher wundern Sie sich nicht, wenn sich Ihr Baby gegen das CTG wehrt. Wer möchte schon gerne 30 oder mehr nacheinander einfahrende U-Bahn-Züge hören? Jedoch kann die Kardiotokographie natürlich trotzdem und gerade auch im Verlauf betrachtet Aufschluss auf eine eventuelle Unterversorgung geben und sollte in der Schwangerschaft nicht allzu sehr verteufelt werden.


Verfasser/in: Simone Ludwig, Hebamme aus Berlin-Spandau von der Hebammenpraxis Rundherum. Weitere Informationen zum Profil finden Sie auf der Webseite der Hebammenpraxis Rundherum.

Schlagworte: Hebamme | Wochenbett | Geburt | Geburtsvorbereitung


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