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Erfahrungsbericht: Wenn Stillen schwierig ist

Stillen muss nicht immer sein – ein Erfahrungsbericht.

Manche Frauen haben vielleicht gesundheitliche Gründe nicht zu stillen, andere können sich einfach nicht mit dem Gedanken anfreunden, einigen gelingt es unter Umständen nicht, weil die Milch nicht ausreicht oder der Druck zu hoch ist.

Ganz persönlich möchte ich mich in diesem Artikel dafür einsetzen, dass Sie den Weg wählen, der Ihnen und Ihrem Baby gut tut. Stillen ist von Natur aus natürlich der ideale Weg, aber auch die Flaschennahrung ist eine gute Alternative.

Kann man Stillen üben?

Als ich meine Erstgeborene nach der Geburt auf meiner Brust liegen hatte, war es der wundervollste Moment, den ich je erleben durfte – die Zeit stand einen kleinen Moment still. Leider wurde dieser Moment etwas ruppig unterbrochen, weil ich die Kleine unbedingt sofort anlegen sollte, ich restlos überfordert war und es überhaupt nicht gelingen wollte. Auch die folgenden Tage war das „Stillen üben eine ungelenke frustrierende Angelegenheit und ich hatte keinen Schimmer, ob ein Tropfen Milch aus meiner Brust kam. Eine liebevolle Hebamme hat mir dann geraten abzupumpen, um ein Gefühl dafür zu bekommen. Das Abpumpen an sich, ist schon eine quälende Prozedur und bedauerlicherweise passierte 15 Minuten lang gar nichts, die Brust schmerzte und ich war verzweifelt. Rückblickend war das der Moment, wo ich es hätte aufgeben sollen.

Die Flasche gab mir Sicherheit

Nun wurde meine Tochter schon in der erste Nacht zu Hause krank und wir mussten 2 Wochen in die Kinderklinik. In der Angst sie zu verlieren, dachte ich dass Stillen das Einzige ist, was ich für sie tun konnte und verbrachte die Tage im Krankenhaus im Wechsel mit Stillen, Abpumpen, Baby wiegen und trank Literweise Malzbier und aß gehaltvolle Getreidekügelchen, um die Milchproduktion anzuregen.

Dabei war ich immer begleitet von der Angst, dass sie nicht satt wird. Das belastet mich enorm. Eine Hebamme hatte dann erbarmen mit mir und sagte, dass ich meiner Tochter auch die Flasche geben könne, sie würde trotzdem weiterhin die Brust nehmen und so war es auch. Die Flasche gab mir Sicherheit, ich wusste, dass sie nicht mehr hungrig war.

Stillen war leider und unerwarteter Weise, ganz schrecklich für mich. Trotzdem habe ich lange weitergestillt, weil ich dachte, dass ich es muss. Der Druck in der Gesellschaft ist sehr hoch und ich war eine sehr unsichere Mutter mit vielen Zweifeln, so dass ich nicht in der Lage war selbstbewusst zu entscheiden, dass Stillen nicht das richtige für mich und mein Kind ist.

Ich wünschte ich hätte diese Entscheidung treffen können, es hätte uns das erste Jahr um vieles leichter gemacht und eine glücklichere Mama, ergibt auch ein glücklicheres Baby – auch wenn es dann aus der Flasche trinkt.

Autorin: Susanne Claus (35) Mutter zweier Töchter aus München
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