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Schwesig will Unverheiratete bei Kinderwunsch unterstützen

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Bundesfamilienministerin Schwesig fordert in einem Zeitungsinterview (Bild am Sonntag) eine Gleichstellung kinderloser Paare bei staatlichen Hilfen für Kinderwunschbehandlungen.

Sie „plane, die finanzielle Unterstützung für Kinderwunschbehandlungen auf nicht verheiratete Paare auszudehnen, die schon länger zusammenleben“. Sie könne nicht verstehen, warum Deutschland es Paaren so schwer macht, die sich nichts sehnlicher als ein Kind wünschen. Nur Ehepaaren die Behandlung zu bezahlen, gehe „total an der Lebenswirklichkeit vorbei“, denn auch Paare ohne den Trauschein wollen Kinder.

Rollenklischees müssen aufgebrochen werden

Schwesig sieht Frauen durch die gesellschaftlichen Rollenklischees benachteiligt. „Als Frau kann man es eigentlich niemandem recht machen: Wer sich nicht für Kinder entscheidet, wird schräg angeguckt. Wer dann auch noch Erfolg im Beruf hat, ist die egoistische Karrierefrau. Wer sich für Kinder entscheidet und zu Hause bleibt, ist ’nur Hausfrau’. Wer Kinder hat und arbeitet, ist die Rabenmutter. Diese Stereotype und Rollenklischees müssen endlich aufgebrochen werden.“

Deutsche Wirtschaft ist schuld

Schwesig gibt der deutschen Wirtschaft eine Mitschuld an der niedrigen deutschen Geburtenrate. „Ganz viele haben zwar einen Kinderwunsch, realisieren ihn aber nicht, weil sie in der Arbeitswelt an Hürden stoßen. Befristete Arbeitsverträge wirken stärker auf die Geburtenrate als die Pille. Wer sich von Jahresvertrag zu Jahresvertrag hangelt, traut sich oft nicht, sich für ein Kind zu entscheiden.“ Die Zahl grundlos befristeter Jobs sei seit 2001 auf 1,3 Millionen gestiegen.

Kinderwunsch wird nach hinten geschoben

Immer mehr Männer und Frauen verschieben den Kinderwunsch nach hinten. So sind im Alter zwischen 20 und 29 Jahren 79 % der Deutschen kinderlos – 72 % der Frauen und 85 % der Männer. Im Alter zwischen 40 und 50 Jahren sind es 18 % der Frauen und 29 % der Männer.

Der Kinderwunsch ist bei beiden Geschlechtern nahezu gleich groß. 56 % der kinderlosen Frauen zwischen 20 und 50 Jahren wollten noch ein Kind bekommen, bei den Männern sind es laut der Studie 48 %.

Der Anteil nicht verheirateter Paare mit unerfülltem Kinderwunsch ist demnach mit 38 % doppelt so hoch wie bei Ehepaaren mit 19 %.

Auch unser Partner die BKK-VBU setzt sich seit geraumer Zeit für das Thema Unterstützung für Kinderwunschbehandlungen bei nicht verheirateten Paaren ein und zieht sogar vor Gericht.
Wir halten Sie zu diesem wichtigen Thema auf dem Laufenden.