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Toxoplasmose

Die Toxoplasmose ist eine weltweit verbreitete Infektionskrankheit, an der in erster Linie Katzen erkranken und die durch den Kot oder durch mit Kot verschmutzte Erde (zum Beispiel bei der Gartenarbeit) vom Haustier auf den Menschen übertragen werden kann.

Infektionsöglichkeiten

Neben der Übertragung durch Katzen sind weitere Infektionswege möglich:

  • beim Verzehr von rohem oder nicht ganz durch gegartem sowie geräuchertem Fleisch (hauptsächlich Schweine- und Lammfleisch) oder durch Küchenutensilien, die bei der Zubereitung benutzt wurden
  • beim Verzehr von nicht pasteurisiertem Käse oder Milch (besonders von Ziegen) sowie ungewaschenem Obst und Gemüse
  • durch den Kontakt mit Nutztieren oder Tieren im Streichelzoo, besonders mit Schafen und neugeborenen Lämmern

Krankheitsverlauf

Nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Wochen verläuft die Infektion bei (nicht schwangeren) Menschen mit gesundem Immunsystem meist beschwerdefrei. Allerdings kann sich die Ausbreitung auch über Wochen und Jahre hinziehen, nämlich wenn die Krankheits-Erreger in Zysten eingeschlossen im Organismus verbleiben. Die Zysten platzen von Zeit zu Zeit und setzen die Parasiten wieder frei. Beschwerden wie leichtes Fieber, Lymphknotenschwellungen im Halsbereich, Müdigkeit sowie Kopf- und Gliederschmerzen treten eher selten auf. Nach der Infektion werden Antikörper gebildet, die den Körper immun gegen eine erneute Ansteckung machen.

Risiko in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft kann eine Toxoplasmose-Infektion zu Fehlgeburten und Missbildungen beim ungeborenen Baby führen. Deshalb werden schwangere Frauen im Rahmen der Mutter-Kind-Pass-Untersuchungen routinemäßig durch einen Bluttest auf Toxoplasmose untersucht. Die Ansteckungsgefahr für das Baby besteht in etwa ab der 6.-10. Schwangerschaftswoche, davor ist die Plazenta undurchlässig für Parasiten.

Fällt der Toxoplasmose-Test der Mutter positiv aus, bedeutet dies nicht, dass das ungeborene Kind ebenfalls infiziert sein muss. Dies wird erst durch eine Ultraschall-Untersuchung und eine Fruchtwasserpunktion (Amniozentese) festgestellt.

Behandlung einer Toxoplasmose-Infektion

Bei einem positiven Toxoplasmose-Test kommt das Antibiotikum Spiramycin zum Einsatz, das die Übertragung des Erregers auf den Fötus verhindert. Wenn das ungeborene Baby bereits infiziert wurde, verschreibt der Arzt oftmals eine Kombinationstherapie mit Pyrimethamin und Sulfadiazin, die zusätzlich durch die Einnahme von Folsäure begleitet wird.

Große Gefahr fürs Baby

Nur die Erstinfektion der Schwangeren mit Toxoplasmose ist gefährlich für das Kind, dann kann es jedoch zu Missbildungen (Gehirn- oder Gehirnhautentzündung, „Wasserkopf“, Augenentzündung mit Erblinden) beim Fötus kommen. Erfolgt die Infektion im späteren Schwangerschaftsverlauf ist eine Fehlgeburt möglich. Ein großer Teil der Babys, die im zweiten oder dritten Schwangerschaftsdrittel infiziert wurden, zeigen bei der Geburt keine Auffälligkeiten. Spätschäden am Gehirn oder an den Augen treten erst in den Folgejahren auf.

Tipps zur Vermeidung der Ansteckung mit Toxoplasmose

  • Fleisch und gefrorene Fertigmahlzeiten vor dem Verzehr ausreichend durch erhitzen (mehrere Minuten über 70°C) und nach der Zubereitung die Hände waschen
  • kein rohes Fleisch (z.B. Mett) abschmecken oder bei der Verarbeitung die Finger ablecken
  • Küchenutensilien und Arbeitsflächen immer ordentlich säubern
  • Obst und Gemüse ordentlich waschen, auch vorgewaschene Salate
  • kein Verzehr von nicht pasteurisierter Milch und Käse oder Rohwurstwaren
  • Tragen von Handschuhen beim Reinigen des Katzenklos und bei der Gartenarbeit
  • tägliches Leeren des Katzenklos
  • Katzen mit Dosen- oder Trockenfutter ernähren, nicht mit rohem Fleisch
  • Hände waschen nach dem Streicheln von Katzen, da sich durch das Sauberlecken der Katzen Parasiten auf dem Fell befinden können
  • Vorsicht beim Spielen mit Geschwisterkindern im Sandkasten, auch hier kann der Sand durch Katzenkot verunreinigt sein
  • gründliches Händewaschen nach dem Besuch eines Streichelzoos und nach der Arbeit auf einem Bauernhof, besonders nach dem Kontakt mit Schafen und Lämmern