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Das Problem mit den Zigaretten

Zigaretten auf dem Spielplatz

Haben Sie sich auch schon mal öfter über leichtsinnig weggeworfene Zigaretten, sogenannte Kippen, auf dem Spielplatz geärgert. Ist Ihnen auch schon einmal aufgefallen wie Kinder im Kleinkindalter gerne Zigaretten in den Mund stecken? Kinder sind natürlich „Nachmacher“ und ahmen die Großen gerne nach. So ist es nur allzu verständlich, dass Tabakvergiftungen zu den häufigsten Vergiftungen im Kindesalter zählen. Ähnlich häufig nehmen Kinder Medikamente und Haushaltsreiniger in den Mund.

Tödlich und harmlos zugleich

Es ist weithin bekannt, dass der Gehalt an Nikotin einer Zigarette für ein Kleinkind tödlich sein kann. Sein kann …!

In Zahlenwerten ausgedrückt: Eine Zigarette mit ca. 1 g Tabak enthält ca. 15–25 mg Nikotin. Das entspricht der tödlichen Menge an Nikotin für ein Kleinkind. Doch in der Praxis sind Zigarettenvergiftungen alles andere als lebensgefährlich.

Die Nachfrage bei der Vergiftungszentrale in Berlin ergibt, dass Erfahrungen von ca. 8000 Vergiftungsfällen mit Tabak bei Kindern vorliegen. Die Erfahrung aus der Praxis zeigt: Vergiftungen mit Zigaretten und Kippen enden im Normalfall nicht tödlich. In den letzten Jahrzehnten ist jedenfalls kein Kleinkind an einer Zigarette gestorben.

Nikotin im Magen

Warum die Vergiftungen mit Zigaretten, Tabak zum Selbstdrehen und Kippen meist milde und nur selten schwer verlaufen liegt am Magen. Der Magen enthält Magensäure. Diese saure Umgebung führt dazu, dass Nikotin schlecht in Lösung geht. Die dadurch langsam aufgenommene Menge Nikotin kann wiederum von der Leber relativ gut entgiftet werden.

Die Symptome der Tabakvergiftung bei Kindern

Wenn ein Kleinkind eine Zigarette oder Kippe gegessen hat entsteht meistens nach ein bis drei Stunden Erbrechen. Das Erbrechen ist auch schon wieder eine Art glücklicher Umstand, da das Gift möglicherweise erbrochen wird. Weitere Symptome sind Blässe, Unruhe, gesteigerter Speichelfluss, Benommenheit, Zittrigkeit und Schwitzen.

Schwere Vergiftungssymptome sind zu erwarten, wenn die Kinder noch unter einem Jahr alt sind (Säuglinge).

Bei schweren Vergiftungsbildern im Kleinkindalter, ausgelöst zum Beispiel durch Tabaksud, mehr als eine Kippe oder Schnupftabak kann es zusätzlich zu oben genannten Symptomen auch zu Schläfrigkeit, Bewusstlosigkeit, Krampfanfällen und Kreislauf- und Atemstörungen kommen.

„Zigarettenwasser“

Anders sieht es aus, wenn Kinder Nikotinsud trinken. Wenn ein Aschenbecher durch Regen voller Wasser läuft, wird das Nikotin aus den Zigarettenkippen gelöst. Von Kindern als „Zigarettenwasser“ getrunken, können dramatische Vergiftungssymptome entstehen, die auf jeden Fall intensivmedizinisch behandelt werden müssen. Ebenso kann sich in fast leeren Bier-, Wein- oder Colaflaschen ein gefährliches Gebräu entstehen, wenn hineingeworfene Kippen das Nikotin an das Getränk abgeben. Für Kinder besteht hier die Gefahr starker Vergiftungserscheinungen.

Schnupftabak und Nikotinpflaster

Eine Prise Schnupftabak ist für ein Kleinkind viel giftiger als eine Zigarette. Auch sind Nikotinpflaster erheblich giftig, wenn sie mit normalen Wundpflastern verwechselt werden. Ebenfalls gilt die Verwechslung von Nikotinkaugummis mit normalen Kaugummis als sehr giftig.


Verfasser/in: Janko von Ribbeck, Autor „Schnelle Hilfe für Kinder“, Rettungssanitäter, Heilpraktiker & Homöopath


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