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Homöopathie und Kinderkrankheiten

Interview mit Gerhard Bleul, Allgemeinarzt/ Homöopathie (Hünstetten)

„Für die Behandlung der klassischen Kinderkrankheiten eignet sich nichts besser als die Homöopathie.“

Können die klassischen Kinderkrankheiten homöopathisch behandelt werden?

Masern, Mumps, Röteln, Windpocken und das Dreitagefieber sind Viruserkrankungen. Antibiotika wären nutzlos. Die Medizin setzt in der Regel auf die Selbstheilungskräfte, die im Kindesalter groß sind. Die Optionen sind Abwarten und Fieber Senken. Das zweite schwächt allerdings die Abwehr und sollte unterbleiben.

Nichts eignet sich hier besser als die Homöopathie. Für jede dieser Viruskrankheiten gibt es eine überschaubare Anzahl homöopathischer Arzneimittel, die je nach Symptombild vom kundigen Arzt ausgewählt werden.

Keuchhusten und Scharlach sind bakterielle Erkrankungen, die schulmedizinisch mit Antibiotika behandelt werden. Der Keuchhusten spricht allerdings nur im ersten Stadium darauf an, später bleibt der Verlauf unverändert, und im ersten Stadium wird der Keuchhusten oft nicht erkannt. Der Scharlach verläuft seit vielen Jahren in der Regel sehr harmlos, oft ohne hohes Fieber. Allerdings kann er mehrfach wieder auftreten, was besonders beobachtet wird, wenn ein Antibiotikum gegeben wurde.

Auch für diese Krankheiten stehen bestimmte homöopathische Mittel zur Verfügung, die bei richtiger Wahl den Krankheitsverlauf um viele Tage abkürzen können und Komplikationen vermeiden helfen.

Gibt es für Kinder homöopathische Arzneimittel?

Eigentlich sind alle homöopathischen Mittel im Einzelfall auch für Kinder geeignet. Aber in den 200 Jahren Erfahrung, auf die die Homöopathie zurückblicken kann, hat sich eine Anzahl von Arzneimitteln als besonders geeignet herausgestellt. Das sollte allerdings nicht dazu verleitet, diese Mittel auf die Schnelle und unüberlegt anzuwenden. Immer gehört zur Mittelwahl das genaue Erfassen des individuellen Symptombildes.

Bekommen Kinder immer eine andere Potenz als Erwachsene?

Nein. Weder die Potenzwahl noch die Häufigkeit und Größe der Gabe ist bei Kindern anders. Für Akutfälle eignen sich, gerade für den Hausgebrauch, besonders die Potenzen D12 oder C12. In chronischen Fällen wird vom Arzt oder der Ärztin oft eine höhere Potenz gewählt.

Was passiert, wenn das kranke Kind eine falsche homöopathische Arznei erhält?

In der Regel passiert gar nichts, so als wären nur Zuckerkügelchen gegeben worden. Eine einmalige oder ein- bis zweimal wiederholte Gabe hat praktisch keine Nebenwirkungen. Nur die anhaltende Gabe einer falschen Arznei kann zu so genannten Arzneisymptomen wie bei einer Arzneiprüfung führen.

Für den Hausgebrauch gilt: Ein Versuch im akuten Fall ist immer erlaubt. Wenn sich nicht in kurzer Zeit eine Besserung einstellt, muss das Mittel gewechselt werden. Dann sollte der Arzt oder die Ärztin befragt werden.


Verfasser/in: Gerhard Bleul Arzt für Allgemeinmedizin Homöopathie, Chirotherapie. Im Interview mit dem Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte. www.homöopathie-online.info


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