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Kindersparplan 2026: Sparbuch, Kinderdepot oder ETF?

Familienglück bedeutet auch, so früh wie möglich an die Zukunft zu denken – an die eigene und an die Zukunft der Kinder. Selbst mit kleinem Geldbeutel lässt sich durch strategische Geldanlagen mehr als der vielbeschworene Notgroschen für Ausbildung, Studium, die erste Wohnung oder die scheinbar ferne Rente ansparen. Dafür kommen verschiedene Sparmöglichkeiten in Frage – viele davon eignen sich auch, um Kindern frühzeitig finanzielle Verantwortung zu vermitteln. Doch welche Optionen gibt es neben dem klassischen Sparbuch?

Es hat sich ausgespart: Nur selten macht das Sparbuch noch Sinn

Früh spart, wer später weniger Sorgen haben will. Nach diesem Motto können und sollten Eltern handeln, wenn es um den eigenen Nachwuchs geht. Die meisten denken bei Kindersparplänen vielleicht erst ans gute alte Sparbuch. Tatsächlich handelt es sich dabei jedoch um ein Auslaufmodell, denn es gibt Alternativen, die mehr Flexibilität, mehr Rendite und mehr Wertstabilität bieten.

Grundsätzlich ermöglicht das Sparbuch weiterhin eine sichere Geldanlage, zumindest wenn das Ziel nicht Vermögenswachstum, sondern eine einfache und kostenlose Anlageform mit persönlichen Ansprechpartnern ist. Die Nachteile gilt es allerdings zu kennen:

  • Sehr geringe Zinsen: Mit Zinsen zwischen 0,1 bis 0,5 Prozent ist das Sparbuch die Anlageform mit der schwächsten Rendite. Angelegtes Geld ist zwar durch die Einlagensicherung geschützt, ermöglicht aber keinen effektiven Vermögensaufbau.
  • Wertverlust: Da Zinsen meist unter der Ein-Prozent-Grenze bleiben, kann das Sparbuch durch die Inflation zum Wertverlust der Ersparnisse führen.
  • Begrenzte Flexibilität: In der Regel liegt das monatliche Abhebelimit bei einem Freibetrag von 2.000 Euro. Soll es mehr sein, ist für den entsprechenden Betrag eine dreimonatige Kündigungsfrist einzuhalten. Wird die Kündigungsfrist nicht eingehalten und der Betrag sofort abgehoben, fallen Vorschusszinsen an, die in Höhe der aktuellen Zinsen liegen können und nur in Notlagen erlassen werden.

Als Geschenk für Kinder eignet sich das Sparbuch noch immer, um der nächsten Generation ein Gefühl fürs Sparen, den Umgang mit Geld und den ersten Gang zur Bank zu vermitteln. Realistisch betrachtet gibt es jedoch bessere Sparprodukte mit deutlich mehr Vorteilen.

Alternativen zum Sparbuch kennenlernen: Von ETF bis Kinderdepot

In Deutschland ist vom „Milliarden-Schlaf“ die Rede, wenn Experten darauf hinweisen, dass rund drei Billionen Euro unverzinst und ohne Sparstrategie auf deutschen Konten versauern. Vorausschauend spart, wer Kindern den Umgang mit Geld näherbringt und gleichzeitig aktiv Vermögen für eine finanzielle Unabhängigkeit aufbaut – sei es für zukünftige Anschaffungen oder für langfristige Ziele wie Karriereplanung und Altersvorsorge. Welche Sparbuch-Alternative am besten passt, hängt von individuellen Sparmöglichkeiten und Sparzielen ab.

Tagesgeld für Flexible

Eine Alternative zum Sparbuch ist das gebührenfreie Tagesgeldkonto, das Eltern im Namen des Kindes eröffnen können. Alternativ lässt es sich im eigenen Namen eröffnen und bei Volljährigkeit auf das Kind übertragen. Die Zinsen sind insbesondere für Neukunden mit über drei Prozent attraktiv und ermöglichen ein vergleichsweise renditestarkes Sparen. Zinssätze sind jedoch variabel und können schwanken. Großes Plus: Es besteht jederzeit Zugriff auf das gesamte Guthaben, während die Handhabung flexibel per App oder Online-Banking erfolgt.

Festgeldkonto für feste Zinsen

Das meist kostenlose Festgeldkonto funktioniert ähnlich wie ein Tagesgeldkonto, da es ebenfalls mit dem Haupt-Girokonto der Eltern oder des Kindes verknüpft wird, um Sparbeträge zu übertragen. Beim Festgeld wird jedoch für einen festgelegten Zeitraum ein fester Zinssatz vereinbart, der keinen Zinsschwankungen unterliegt. Zinssätze mit zwei bis drei Prozent ermöglichen ebenfalls sehr gute Renditechancen. Im Gegensatz zu Sparbuch und Tagesgeld bleibt das Guthaben jedoch für die Dauer der Zinsbindung gebunden. Ohne wichtigen Grund fällt bei vorzeitiger Auflösung eine Vorfälligkeitsentschädigung an.

Auch das Ende der Zinsbindung ist zu beachten, da sie sich sonst automatisch zu aktuellen Konditionen verlängert. Wer rechtzeitig neue Konditionen verhandelt oder zu einem anderen Anbieter wechselt, kann sich bessere Zinsen sichern.

ETFETF-Sparpläne mit Kinderdepot

ETF-Sparpläne zählen zur renditestärksten Anlageform. Das hat auch die Bundesregierung erkannt und will daher mit dem Altersvorsorgedepot ab 2027 die private Rentenvorsorge per ETF-Sparplänen fördern. Auch für Kinder bieten ETF-Sparpläne mit langfristigen Renditechancen von sechs bis acht Prozent sehr gute Möglichkeiten für Vermögenswachstum. Dabei wird automatisch in regelmäßigen Abständen ein fester Betrag in ETFs – also börsengehandelte Indexfonds – investiert. In der Regel fällt dafür eine geringe Gebühr pro Sparrate an.

Was es für ETF-Kindersparpläne braucht, ist ein Kinderdepot – auch als Juniordepot bekannt. Dieses dient als Verwahrkonto für die Sparraten, die beispielsweise von Eltern und Großeltern monatlich oder vierteljährlich eingezahlt werden. Sparrate und Intervalle lassen sich dabei flexibel anpassen.

Für einen aussichtsreichen Vermögensaufbau werden Sparraten von etwa 10 bis 20 Prozent des Nettoeinkommens empfohlen, wobei bereits kleine Beiträge ab 25 Euro oder weniger monatlich möglich sind. Um Markt- und Kursschwankungen auszugleichen, gilt ein Anlagehorizont von 10 bis 15 Jahren als sinnvoll. Mit dem 18. Lebensjahr geht ein ETF-Kinderdepot zudem automatisch in die Verfügungsgewalt des Kindes über.

Die neue Frühstart-Rente: Altersvorsorge für Kinder

Ab 2026 startet die neue Frühstart-Rente, die laut Bunderegierung Kinder frühzeitig an die private Altersvorsorge heranführen soll. Vorgesehen ist ein staatliches Startkapital von zehn Euro pro Monat, das vom 6. bis 18. Lebensjahr auf ein individuelles Vorsorgedepot überwiesen wird. Bei einer angenommenen Rendite von sieben Prozent ergibt sich über einen Anlagezeitraum von 50 Jahren ein Vermögenseffekt von rund 50.000 Euro. Bei 100 Euro monatlich kann daraus schon die erste Million werden.

Das Depot können Eltern bei einem frei gewählten Anbieter eröffnen und zusätzlich zur staatlichen Förderung auch mit eigenen Beiträgen ergänzen. Mit der Volljährigkeit geht das Depot in die Verfügung des Kindes über und kann entweder weiter bespart oder bei Bedarf unter meist geringen Gebühren auf einen anderen Anbieter übertragen werden.

Strategisch sparen – mit und für den Nachwuchs planen

An die Zukunft zu denken bedeutet auch, sich von alten Spargewohnheiten zu lösen. Dazu zählen auch klassische Sparformen wie das Sparbuch, das in Zeiten von Inflation und steigenden Preisen zu den Auslaufmodellen gehört. Nachhaltigere Kindersparpläne, die gemeinsam mit Kindern geplant werden können, sind ein eigenes ETF-Kinderdepot oder die neue Frühstart-Rente. Wichtig ist, dass Eltern früh anfangen – auch mit kleineren Beträgen – und auf langfristige Ziele wie Studium, Ausbildung, einen möglichen Immobilienkauf oder sogar die Altersvorsorge der Kinder hinarbeiten.


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