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Die erste Periode bei Mädchen: Was Eltern wissen sollten

Der Übergang vom Kind zur jungen Frau ist eine aufregende Zeit voller Veränderungen. Einer der bedeutendsten Meilensteine in dieser Phase ist die erste Menstruation, auch Menarche genannt. Für viele Mädchen ist dieser Moment mit einer Mischung aus Neugier, Stolz, aber auch Unsicherheit oder sogar Angst verbunden. Als Eltern spielen Sie eine entscheidende Rolle dabei, diesen Übergang positiv zu gestalten. Es geht nicht nur darum, biologische Fakten zu vermitteln, sondern vor allem darum, Sicherheit und Vertrauen zu schenken. In diesem Ratgeber erfahren Sie alles, was Sie wissen müssen, um Ihre Tochter optimal zu begleiten.

Den richtigen Zeitpunkt finden: Vorbereitung ist alles

Stellen Sie sich vor, Ihre Tochter kommt eines Tages nach Hause und fragt unsicher: „Mama, Papa, was ist das?“ und zeigt auf einen Fleck in ihrer Unterhose. Solche Momente können überwältigend sein, aber mit der richtigen Vorbereitung wird daraus ein natürlicher Schritt ins Erwachsenwerden. Warten Sie nicht darauf, dass der erste Blutfleck im Slip auftaucht. Das Thema Menstruation sollte kein Tabu sein, sondern ganz natürlich in den Alltag einfließen, vielleicht bei einem gemütlichen Abendessen oder einem Spaziergang. So bauen Sie Vertrauen auf und vermeiden Überraschungen, die Ängste schüren könnten.

Heutzutage beginnt die Pubertät bei vielen Mädchen früher als noch vor einigen Jahrzehnten, beeinflusst durch Faktoren wie Ernährung, Umwelt und Lebensstil. Statistisch gesehen findet die erste Periode meist zwischen dem 10. und 15. Lebensjahr statt, wobei der Durchschnitt bei etwa 12,5 Jahren in Europa sogar etwas niedriger liegt, um die 12 Jahre. Erste Anzeichen wie das Brustwachstum oder das Auftreten von Schamhaaren kündigen die hormonelle Umstellung größtenteils zwei Jahre im Voraus an. Nutzen Sie diese Zeit, um altersgerechte Bücher oder Videos einzubeziehen, die das Thema spielerisch erklären.

Ein moderner und entspannter Weg, dem Mädchen Sicherheit zu geben, ist die richtige Ausstattung. Viele junge Mädchen fühlen sich mit Binden oder Tampons anfangs unwohl, da sie neu und ungewohnt sind. Hier bietet Periodenunterwäsche für Mädchen eine hervorragende, nachhaltige und diskrete Alternative, die wie normale Unterwäsche aussieht, aber vollen Schutz bietet. Ideal für den Schulalltag oder Sport, ohne Sorge vor Verrutschen oder Flecken.

Biologische Grundlagen: Was passiert im Körper?

Um Ihrer Tochter die Angst zu nehmen, hilft es, die biologischen Abläufe einfach und bildhaft zu erklären, vielleicht mit Vergleichen wie „Der Körper räumt monatlich auf, um fit zu bleiben“. Das macht das Thema greifbar und weniger mysteriös.

Der weibliche Zyklus kurz gefasst

Jeden Monat bereitet sich der Körper auf eine mögliche Schwangerschaft vor. Die Gebärmutterschleimhaut baut sich auf, um ein befruchtetes Ei aufzunehmen, gestützt durch Hormone wie Östrogen und Progesteron aus den Eierstöcken. Findet keine Befruchtung statt, wird diese Schleimhaut abgestoßen. Das ist die Menstruationsblutung, die meist 3 bis 7 Tage andauert. Der gesamte Zyklus dauert durchschnittlich 28 Tage, kann aber bei Teens stark variieren, von 21 bis 45 Tagen. Interessant: Der Eisprung, bei dem ein Ei freigesetzt wird, passiert etwa in der Mitte des Zyklus und kann leichte Schmerzen oder Ausfluss verursachen.

Vorboten der Menarche

  • Der Weißfluss. Meist ein bis zwei Jahre vor der ersten Periode bemerken Mädchen einen weißlichen oder klaren Ausfluss im Slip. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Östrogenproduktion in vollem Gange ist und die Scheide sich völlig normal und hygienisch schützen.
  • Wachstumsschübe. Ein schneller Anstieg der Körpergröße geht oft der ersten Periode voraus, da Hormone das Wachstum ankurbeln. Viele Mädchen wachsen in dieser Phase 5 bis 10 cm pro Jahr.
  • Stimmungsschwankungen. Die Hormone können die Gefühlswelt Achterbahn fahren lassen von Euphorie bis Reizbarkeit. Erklären Sie das als vorübergehend, um Selbstzweifel zu vermeiden.
  • Weitere Zeichen. Fettige Haut, Akne oder das Wachsen von Achselhaaren sind weitere Hinweise. Ein Pubertäts-Tagebuch kann helfen, diese Veränderungen zu tracken und zu normalisieren.

Das „Erste-Hilfe-Set“: Die Wahl der richtigen Hygieneprodukte

Die Auswahl an Produkten ist heute größer denn je. Es ist wichtig, dass Ihre Tochter verschiedene Dinge ausprobieren kann, um herauszufinden, was sich für sie am besten anfühlt.

1. Binden

Der Klassiker für den Einstieg. Sie sind einfach zu handhaben, kleben sicher und in verschiedenen Stärken erhältlich von ultradünn für leichte Tage bis superabsorbierend für die Nacht. Achten Sie auf parfümfreie Produkte, um Reizungen zu vermeiden, und auf Modelle mit Flügeln für extra Halt.

2. Periodenunterwäsche

Besonders bei Teenagern beliebt, da sie Sicherheit im Schulsport oder nachts bietet, ohne dass etwas verrutschen kann. Diese innovativen Slips saugen Flüssigkeit auf wie ein Tampon, sind aber waschbar und somit umweltfreundlich. Marken wie The Female Company haben spezielle Modelle für Mädchen, die stylish und diskret sind.

3. Tampons

Viele Mädchen haben anfangs Respekt vor Tampons, da sie eingeführt werden müssen. Es gibt spezielle „Mini“-Größen mit glatter Oberfläche und Applikator, die den Einstieg erleichtern. Wichtig: Erklären Sie die richtige Handhabung, um Infektionen zu vermeiden, und betonen Sie, dass Wechseln alle 4–6 Stunden essenziell ist.

4. Menstruationstassen

Für Fortgeschrittene und Umweltbewusste. Da sie etwas Übung beim Einsetzen, Falten, Einführen und Positionieren erfordern, sind sie meist erst etwas später Thema. Vorteile: Sie halten bis zu 12 Stunden, sparen Geld und produzieren weniger Müll. Es gibt kleine Größen für Teens, aber starten Sie mit Anleitungen oder Videos.

Wie spreche ich mit meiner Tochter? 5 Tipps für Eltern

Die erste Periode ist ein sensibles Thema, das viele Eltern verunsichert. Wie bringt man es an, ohne Peinlichkeit? Offene Kommunikation baut Vertrauen auf und stärkt Ihre Tochter. Hier fünf praktische Tipps basierend auf Empfehlungen von Pädagogen und Gynäkologen, um die Periode als normalen Teil des Lebens zu vermitteln. Je früher und natürlicher Sie sprechen, desto besser vorbereitet fühlt sich Ihre Tochter.

  • Bleiben Sie gelassen
    • Wenn Sie das Thema als etwas Peinliches behandeln, wird Ihre Tochter das übernehmen.
  • Hören Sie zu
    • Manchmal haben Mädchen ganz spezifische Ängste (z.B. „Was ist, wenn man es in der Schule sieht?“). Nehmen Sie diese ernst.
  • Väter sind wichtig
    • Auch Väter sollten über das Thema Bescheid wissen. Es signalisiert dem Mädchen, dass die Periode ein ganz normaler biologischer Vorgang ist, für den man sich vor niemandem schämen muss.
  • Positive Sprache
    • Vermeiden Sie Begriffe wie „die monatliche Last“. Nennen Sie es lieber „Zyklus“ oder einfach „Tage“.
  • Ein „Perioden-Kit“ packen
    • Stellen Sie gemeinsam ein Täschchen für den Schulranzen zusammen, das eine Ersatzunterhose, Binden oder Periodenpantys und vielleicht ein kleines Schokostück enthält.

Wenn es weh tut: Umgang mit Regelschmerzen

Stellen Sie sich vor, Ihre Tochter krümmt sich vor Schmerzen, hält sich den Bauch und möchte nur im Bett bleiben. Regelschmerzen, auch Dysmenorrhoe genannt, betreffen bis zu 90 % der jungen Mädchen in den ersten Jahren nach der Menarche. Der Grund: Der Körper produziert Prostaglandine, die die Gebärmutter kontrahieren lassen, um die Schleimhaut abzustoßen. Bei Teens ist das Hormongleichgewicht oft noch unstabil, was Krämpfe intensiviert. Aber gute Nachricht: Es gibt viele sanfte Wege zur Linderung, ohne sofort Tabletten zu nehmen. Lassen Sie uns bewährte Strategien erkunden, die helfen, und Ihre Tochter lehren, auf ihren Körper zu hören. Hausmittel, die helfen:

  • Wärme als Wohltäter. Eine Wärmflasche oder Kirschkernkissen entspannt die Gebärmuttermuskulatur und reduziert Krämpfe. Auf den Unterbauch legen. Studien zeigen Effektivität vergleichbar mit Ibuprofen bei leichten Schmerzen. Für unterwegs: elektrische Wärmepads.
  • Tee-Zeremonie. Kräutertees wie Frauenmantel oder Gänsefingerkraut wirken krampflösend. Ingwertee blockt Prostaglandine und lindert Übelkeit. Rezept: 1 TL getrockneten Ingwer 10 Minuten ziehen lassen. Als Ritual genießen. Achtung: Bei Allergien Arzt konsultieren.
  • Bewegung in Maßen. Leichter Sport oder Spaziergang fördert Durchblutung und löst Krämpfe durch Endorphine. Yoga-Posen wie „Kindeshaltung“ empfohlen. Fakt: Regelmäßige Bewegung reduziert PMS um bis zu 50 % (Studie ACOG). 20 Minuten reichen.
  • Magnesium-Magie. Lockert Muskeln und mindert Krämpfe. Quellen: Nüsse, Bananen, dunkle Schokolade. Ergänzung: 200–300 mg täglich, nur mit Arzt. Überdosierung kann Durchfall verursachen. Präventiv in Snacks integrieren.
  • Aromatherapie als Extra. Lavendel- oder Pfefferminzöl (verdünnt) entspannt per Massage oder Diffuser. Bauchmassage mit Lavendel wirkt Wunder.

Unregelmäßigkeiten: Wann zum Arzt?

Der weibliche Zyklus braucht Zeit, um sich einzupendeln wie ein Orchester, das erst proben muss. In den ersten zwei Jahren nach der Menarche ist es völlig normal, dass die Periode mal zwei Monate ausbleibt oder schon nach zwei Wochen wiederkommt. Der Körper stimmt die Hormone noch nicht perfekt ab, vor allem die Hypothalamus-Hypophysen-Achse ist noch unreif.

Bis zu 80 % der Teenagerinnen haben in dieser Phase Zyklen zwischen 21 und 45 Tagen. Stress, Gewichtsschwankungen oder Sport können das zusätzlich beeinflussen. Tracken Sie den Zyklus mit einer App wie Clue oder einem Kalender. Das hilft Ihrer Tochter, Muster zu erkennen und Vertrauen in ihren Körper zu gewinnen. Dennoch: Wenn Symptome aus dem Rahmen fallen, lohnt ein Arztbesuch, um ernste Ursachen auszuschließen.

Ein Termin beim Frauenarzt ist ratsam, wenn die Blutung extrem stark ist, was sich darin äußert, dass Binde oder Tampon jede Stunde gewechselt werden müssen und eine Gefahr von Anämie besteht, oder wenn die Schmerzen so intensiv sind, dass der Alltag trotz Hausmitteln nicht bewältigt werden kann, was auf mögliche Endometriose oder Myome hindeuten könnte. Ebenso lohnt eine Untersuchung, wenn die Periode länger als 10 Tage andauert oder öfter als alle 21 Tage kommt, da das auf ein hormonelles Ungleichgewicht hinweisen könnte, etwa durch Schilddrüsenprobleme, und schließlich, wenn mit 16 Jahren noch keine Menarche eingesetzt hat, was als primäre Amenorrhoe gilt und beispielsweise durch PCOS verursacht sein könnte. Frühe Abklärung per Ultraschall oder Bluttest bringt Klarheit und nimmt unnötige Ängste.

FAQ

Kann man während der Periode schwimmen gehen?

Ja! Mit einem Tampon oder speziellen Perioden-Bikinis ist das problemlos möglich. Das Wasser stoppt die Blutung nicht, aber der Druck des Wassers kann sie kurzzeitig verringern.

Macht Sport die Schmerzen schlimmer?

Im Gegenteil. Moderate Bewegung fördert die Durchblutung des Beckens und kann Krämpfe lindern. Nur auf extremen Leistungssport sollte man bei starkem Unwohlsein verzichten.

Kann das Jungfernhäutchen durch Tampons reißen?

Das „Jungfernhäutchen“ (Hymen) ist kein geschlossenes Häutchen, sondern ein elastischer Gewebesaum. Ein kleiner Tampon passt in der Regel hindurch, ohne etwas zu beschädigen.

Wie viel Blut verliert man eigentlich?

Es sieht oft nach viel mehr aus, als es ist. Im Durchschnitt verliert eine Frau pro Periode nur etwa 30 bis 60 Milliliter Blut, das entspricht etwa 2 bis 4 Esslöffeln.

Ab wann sollte man zum ersten Mal zum Frauenarzt?

Es gibt kein festes Alter. Ein erster Info-Besuch („Teenager-Sprechstunde“) ist sinnvoll, um Ängste abzubauen, auch ohne dass eine körperliche Untersuchung stattfinden muss.


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