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Essgelüste in der Schwangerschaft

Sachertorte mit sauren Gurken: Schwangere und ihre Essgelüste. Die Liste der Lebensmittel, die Schwangere nicht zu sich nehmen sollten, ist lang. Ungegarte Lebensmittel, ganz gleich ob Fisch oder Fleisch, enthalten hohe Keim-Konzentrationen, auch Rohmilch und Rohmilchprodukte oder rohe Eier können Schwangeren gefährlich werden. Dennoch sind Schwangere für ihre speziellen Essgelüste berühmt-berüchtigt, woran liegt das?

Die lieben Hormone

Zu Beginn einer Schwangerschaft kommt es zu einer Erhöhung des Hormons hCG, dem Hormon, das die Schwangerschaft aufrecht erhält. Bis zur zehnten Schwangerschaftswoche verdoppelt sich der hCG-Wert alle zwei bis drei Tage und sorgt für eine veränderte Geruchs- und Geschmackswahrnehmung. Werdende Mütter mögen unter dem Einfluss von hCG auf einmal Speisen, die sie vorher nicht gemocht haben oder lehnen ihr bisheriges Lieblingsessen gänzlich ab. Hinzu kommen die Hormone des Kindes, die ebenfalls einen Einfluss auf die Essgelüste der Mutter haben.

Blutzuckerspiegel und Nährstoffmangel

Ein ständig schwankender Blutzuckerspiegel kann einen permanenten Appetit bei einer Schwangeren auslösen, was wiederum in vielen kleinen, über den Tag verteilten, Mahlzeiten mündet. Ein Mangel an einem bestimmten Vitamin-, Mineral- oder Nährstoff führt meist ebenfalls zu waschechten Heißhungerattacken.

Der häufig zitierten „Sauren Gurke“ liegt oftmals ein Vitamin C-Mangel zu Grunde, da sauer eingelegte Gemüse und Konserven viel Vitamin C enthalten. Vitamin C ist zum einen für den Schwangerschaftsverlauf notwendig und zum anderen für die Eisenaufnahme im Körper. Der Heißhunger auf Schokolade könnte zum Beispiel einen Magnesiummangel anzeigen.

Schlemmen erlaubt?

In der heutigen Zeit achten Frauen sehr auf ihre Figur, treiben Sport und verbieten sich viele Nahrungsmittel. Kündigt sich eine Schwangerschaft an, so ist in vielen Köpfen verankert, dass man jetzt „für Zwei“ essen muss. In der Realität ist das zwar nicht so (es werden nur rund 225–450 Kalorien pro Tag mehr benötigt), aber der Irrglaube hält sich.

Viele Frauen erlauben sich nun, endlich einmal das zu essen, was sie sich jahrelang verboten haben. Torte, Schokolade, fettige Schnitzel, eben all jenes, was sonst auf dem Diätplan keinen Platz findet und was bereits beim Ansehen ein schlechtes Gewissen erzeugt. Auch Sport in der Schwangerschaft ist erlaubt.

Schutz vor Giften

Werdende Mütter berichten oft, dass ihnen die sonst „geliebte“ Zigarette zum Kaffee nicht mehr schmeckt, dass der Kaffee selbst verabscheuenswürdig ist und dass das Glas Wein am Abend auch nicht mehr genießbar ist. In diesen Fällen wirkt sich ein Schutzmechanismus des Körpers aus, der Mutter und Kind vor Giften und schädlichen Substanzen schützt. Wichtig ist alkoholfrei und rauchfrei schwanger zu sein.

Das Pica-Syndrom

Das Pica-Syndrom ist eine zum Glück sehr seltene Ess-Störung und wissenschaftlich kaum erklärbar. Hierbei entwickeln Menschen unstillbare Gelüste auf ungenießbare Dinge wie Papier, Asche, Erde oder Silberlöffel. Als Ursache wird ein starker Nährstoffmangel vermutet oder – im Fall einer Schwangerschaft – eine gravierende Hormonumstellung im Körper, die zu einer veränderten Sinneswahrnehmung führt.

Auf ausgewogene Ernährung achten

Eine Schwangerschaft und die damit einhergehenden Gelüste sind kein Freifahrtschein für eine ungesunde Ernährung. Es ist für den Schwangerschaftsverlauf und die Kindes-Entwicklung nicht von Vorteil, wenn sich die Mutter mit Süßem und Fettigem „vollstopft“. Den Essgelüsten und Heißhungerattacken sollten die werdenden Mamas natürlich nachgeben, da sie ja einen (mehr oder weniger ernsten) Hintergrund haben. Dem Heißhunger auf Süßigkeiten kann man aber ebenso mit langkettigen Kohlenhydraten (Müsli oder Vollkornbrot) begegnen, die den Blutzuckerspiegel nicht so schnell und so stark ansteigen lassen.

In der zweiten Schwangerschaft

Frauen, die zum zweiten Mal schwanger sind, geben häufig an, dass sie diesmal mit ihren Gelüsten vorsichtiger umgehen und versuchen, sich nicht allen Heißhungerattacken hemmungslos hinzugeben. Sie achten verstärkter auf eine ausgewogene Ernährung und auf eine ausgeglichene Vitamin- und Nährstoffzufuhr als in der ersten Schwangerschaft. Denn das, was einmal auf den Hüften ist, geht selbst nach einer Schwangerschaft nicht mehr so leicht runter. Zumal man mit Kind oder Kindern auch weniger Zeit für Sport hat…


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