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Aktiv mit Babybauch – Do’s in der Schwangerschaft

Shoppen willst Du? An einem Samstagnachmittag bei dem Trubel in der Stadt? Das kannst Du doch dem Baby nicht antun!“ – solche Sätze aus dem Mund von werdenden Vätern, Großeltern und Freundinnen können die meisten werdenden Mütter frei rezitieren.

Und immer steckt die Sorge für das Kind dahinter. Als Schwangere, so der gängige Tenor vieler, die noch nie ein Kind im Bauch hatten, sollte man sich am besten einmauern und nicht mehr vor die Tür treten – denn draußen könnte ja eine Gefahr für das Baby lauern. Dass nicht nur viele Angehörige so denken, sondern auch viele Schwangere so handeln, macht die Sache nicht besser. Dabei ist eine Schwangerschaft nichts, was einen in irgendeiner Weise „gebrechlicher“ machen würde. Und zu wenig Bewegung schadet Mutter und Kind sogar. Für alle besorgten Schwangeren, werdenden Väter und Großeltern, die vergessen haben, dass sie selbst einmal in der Situation waren, erklärt der folgende Artikel, was in der Schwangerschaft alles geht.

Grundsätzliches

Vor allem Frauen, die zum ersten Mal schwanger sind, haben naturgemäß große Sorgen, dass schon ein normaler Alltag dem Baby schaden könnte. Das zeigt sich allein daran, dass die Mehrheit aller Schwangeren viel mehr Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt, als medizinisch notwendig wäre.

In Wahrheit sollte man sich einfach nur eines ins Gedächtnis rufen. Evolutionär gesehen ist der Mensch eine sehr hochentwickelte Jagd- und Sammelmaschine – Mutter Natur hat durch lange Jahre der Selektion dafür gesorgt, dass auch Mütter bis in die letzten Wochen der Schwangerschaft noch die meisten Bewegungsabläufe absolvieren können, die auch Nichtschwangere ausüben.

Wer nach der Maßgabe verfährt „solange es mir und dem Baby nicht weh tut, ist es erlaubt“, kann praktisch nichts falsch machen – natürlich nur, sofern es sich um eine normale und keine Risikoschwangerschaft handelt. Verboten ist nur, was dem Kind tatsächlich und direkt schaden könnte.

Do: Auto, Bus & Co.

„Erschütterungen schaden dem Baby“. Diesen Satz haben viele Schwangere so sehr wie ein Mantra verinnerlicht, dass sie sogar Angst haben, bei Erkältungen zu niesen. Natürlich, schwere Stöße können, vor allem bei Risiko-Schwangeren, für vorzeitige Wehen sorgen. Allerdings gehören dazu weder Nieser, noch Schlaglöcher auf der Straße, denn die sind nicht so stark, dass sie das Baby gefährden können.

Aus diesem Grund ist es auch vollkommen sicher, sich mit Babybauch ins Auto zu setzen. Das einzige, was wirklich beachtet werden muss, ist, dass der Gurt nicht zu locker unterhalb des Bauches entlanggeführt wird und so nicht aufs Kind drückt. Und in öffentlichen Verkehrsmitteln sollte man sich, nur der Sturzsicherheit wegen, nach Möglichkeit setzen. Ansonsten gilt für längere Fahrten bloß noch:

  • Mehr Toilettenpausen einplanen
  • Bei verstellbaren Sitzen auf maximalen Rückenkomfort achten bzw. ein kleines Kissen mitnehmen
  • Ruhige Landstraßen wegen des geringeren Staurisikos (Stichwort Stress) gegenüber Autobahnen bevorzugen
  • Auf genügend Flüssigkeitszufuhr achten.

Lediglich Hochschwangere ab dem siebten Monat sollten so wenig wie möglich selbst fahren – weil ansonsten bei einem Unfall das Risiko besteht, dass der Bauch mit dem Lenkrad in Kontakt kommt. Ansonsten ist jedoch auch die oft vorhandene „Airbag-Angst“ unbegründet – so lange Mama gut angeschnallt ist, kann dadurch bei einem Crash dem Baby nichts passieren.

Do: (leichter) Stress

Jede Schwangere weiß, dass das Kind alles mitbekommt, was die Mutter tut. Dazu gehören nicht nur Nahrung und Bewegungsabläufe, sondern auch Gefühle. Dabei gilt jeder Stress landläufig als Baby-schädigend. Die Realität ist jedoch diffiziler.

Schwerer Stress schadet dem Baby tatsächlich. Das liegt daran, dass dabei die sogenannten Stresshormone ausgeschüttet werden. Sie sorgen dafür, dass der Puls hochschießt und der Blutdruck steigt. Und hier lauert die Gefahr für das Baby. Das bekommt via Plazenta und Nabelschnur diese Hormone auch verabreicht – auch das Säuglingsherz schlägt bei einer gestressten Mama schneller.

Bei leichtem Stress ist das kein Problem, kann sogar für das Kind förderlich sein, denn Forscher vermuten, dass sich dadurch Motorik und Geist besser entwickeln. Zu großer Stress jedoch „überlädt“ den Fötus mit den Hormonen – und kann für eine verzögerte Entwicklung verantwortlich sein. Die Betonung liegt auf „kann“, denn immer wieder zeigt sich, dass auch Mütter, die während der Schwangerschaft stark stressende Traumata wie Trauer, Überfälle, ja sogar Terroranschläge erlebten, vollkommen gesunde Kinder zur Welt brachten.

Stress zu reduzieren ist zwar immer gut, aber gänzlich vermeiden muss man ihn in der Schwangerschaft nicht.

Do: Sport

Im Kopf vieler angehender Mütter streiten sich zwei sprichwörtliche Teufelchen. Das eine mahnt, dass die Schwangerschaft einem die Figur ruinieren würde und verlangt sportliche Betätigung. Das andere fürchtet, dass eben dieser Sport dem Kind schaden könnte – und oft gewinnt letzteres.

Dabei gibt es rund um das Thema Schwangerschaftssport tatsächlich nur eine goldene Regel – zu unterlassen ist nur, was das Sturzrisiko erhöht, also beispielsweise:

  • Ballsportarten
  • Kampfsport
  • Inlineskaten
  • Wintersport
  • Tennis

Und wer vor der Schwangerschaft nie joggte, sollte nicht unbedingt mit Babybauch anfangen – denn dann ist der Beckenboden nicht trainiert genug. Alle anderen Sportarten, insbesondere die, die Schwangerschaftsleiden lindern und den Rücken stärken, sind jedoch nicht nur erlaubt, sondern ausdrücklich erwünscht. Besonders gilt das für alle wasserbasierten Sportarten, weil im Wasser durch den Auftrieb viel weniger Schwerkraft auf dem Mutterleib lastet. Einzige Voraussetzung vor jeder Sportart ist ein kurzer Checkup beim Gynäkologen. Dies, um zu vermeiden, dass es durch eine unerkannte Muttermundschwäche zu Komplikationen kommt.

Do: Sex

Ein Witz unter werdenden Väter besagt, dass ab dem achten Monat im Bett nur noch die „Wolfsstellung“ möglich sei – bei der der Mann sich vor die „Höhle“ legt und heult. Ganz gleich, wie man zu solchen Kalauern steht, ist Sex in der Schwangerschaft jedoch in der Realität vom ersten bis zum letzten Monat möglich.

Doch wie bei sämtlichen Punkten dieser Liste gelten natürlich auch bei diesem Thema Einschränkungen. Es beginnt bei der Moral – viele Väter kennen ihr Kind spätestens nach der ersten Ultraschalluntersuchung auch im Bilde und haben deshalb moralische Bedenken. Dem kann man nur entgegnen – keine Angst, das Kind bekommt davon nichts mit und das Glied kann weder Fruchtblase noch Ungeborenes schädigen.

Auf Seiten der Mutter kann Sex während dieser neun Monate zudem zu einem völlig anderen Lustempfinden führen – und generell sind die dabei ausgestoßenen Glückshormone wie Serotonin gut fürs Baby. Jedoch gilt dabei „alles kann, nichts muss“:

  • Im ersten Drittel sollten Frauen, die bereits Frühgeburten erlebten, von Sex absehen. Und die meisten anderen werden aufgrund hormoneller Umstellungen sowieso wenig Lust haben.
  • Im zweiten Drittel, wenn der Körper sich an die veränderten Umstände gewöhnt hat, sind völlig normale Praktiken erlaubt. Gegen Ende empfiehlt es sich, spezielle Schwangerschafts-Stellungen einzunehmen, die für die Mutter weniger ermüdend sind (etwa die Löffelchen-Stellung)
  • Im letzten Drittel vergeht vielen Frauen erneut die Lust – oft aus optischen Gründen; Sie finden sich nicht mehr attraktiv, was sich auf die Libido auswirkt. Paare, die dennoch miteinander schlafen wollen, sollten durch Kondome verhüten, weil Sperma Wehen auslösen kann.

Diese Punkte gelten natürlich nur für normal verlaufende Schwangerschaften – sollte es durch vorangegangene Krankheitsbilder Bedenken geben, sollten diese mit dem Arzt abgeklärt werden und das Paar sich im Zweifelsfall für Abstinenz entscheiden. Keine Sorge, eine gute Beziehung hält auch neun enthaltsame Monate spielend durch und nach der Geburt sieht es mit den Zweisamkeiten schon wieder anders aus.

Do: Sofort mit dem Rauchen aufhören

Unter Müttern, die bis zur Schwangerschaft rauchten, hält sich hartnäckig ein Gerücht. Es besagt, dass man die Nikotindosis nicht von heute auf morgen auf null reduzieren, sondern stattdessen sanft über mehrere Tage oder gar Wochen entwöhnen sollte. Als Argumente führen Vertreterinnen dieser Strategie an, dass das Ungeborene an das Nikotin gewöhnt sei und deshalb durch den abrupten Entzug Schaden nehmen könne und sogar Entzugserscheinungen bekäme.

So hart es klingt, aber diese Theorie ist Unsinn. Mediziner sagen ganz klar, dass jede Zigarette, die der Fötus nicht „mitrauchen“ muss, von Vorteil für seine Entwicklung ist. In jeder Kippe stecken hunderte Giftstoffe, Karzinogene und Inhalte, die die Entwicklung des Kindes verzögern können. Rauchen in der Schwangerschaft sorgt:

  • durch die gefäßverengende Wirkung des Nikotins für eine schlechtere Sauer- und Nährstoffversorgung des Babys und durch die schlechtere Durchblutung von Plazenta und Muttermund für ein gesteigertes Risiko von Früh- und Fehlgeburten.
  • dafür, dass das Kind, obwohl es den Rauch nicht in seine Lunge bekommt, ein stark gesteigertes Risiko hat, an Asthma und anderen Atemwegserkrankungen zu leiden.
  • mit seinen Giftstoffen dafür, dass das Immunsystem des Fötus schwächer ist als bei Nichtraucher-Babys und zusätzlich auch das Geburtsgewicht verringert.
  • unter Umständen auch dafür, dass ein so vergiftetes Kind häufiger Verhaltensauffälligkeiten wie ADHS und Hang zu Fettsucht zeigt.

Zudem fand ein Forscherteam erst kürzlich unter Zuhilfenahme von extrem hochauflösenden Ultraschallbildern heraus, dass sich Ungeborene durch Körper- und Mundbewegungen regelrecht gegen den „blauen Dunst“ zu wehren scheinen.

Deshalb gilt in absolut jeder Schwangerschaftsphase – es gibt kein „zu abrupt“. Jede Zigarette weniger ist gut für das Kind, jede Zigarette mehr steigert die Risiken. Werdende Mütter dürfen deshalb nicht nur, sie sollten sofort aufhören, sobald sich der Schwangerschaftstest verfärbt – egal wie hart der Entzug ist. Rauchfrei schwanger sein ist das Ziel.

Fazit

Schwanger zu sein zieht immer Ängste um das Kind nach sich. Allerdings ist es eben keine Krankheit – und schon deshalb kein Grund, irgendetwas zu vernachlässigen, das man auch schon vorher gern getan hat. In einem normalen Leben hat auch eine normal verlaufende Schwangerschaft ihren risikolosen Platz. Und die Kleinigkeiten, die man sich wirklich bis zur Geburt verkneifen muss, machen hinterher dann umso mehr Spaß.