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7 Fragen & Antworten rund um Homöopathie bei Kinderwunsch

Interview mit Dr. Anton Drähne, Frauenarzt/ Homöopathie, Bonn

Dr. Anton Drähne ist Arzt für Frauenheilkunde und Homöopath in Bonn. Seit über 25 Jahren arbeitet er im Rahmen der Frauenheilkunde und Geburtshilfe überwiegend mit klassischer Homöopathie.

1) Ist Homöopathie eine Alternative zur Hormonbehandlung?

Ein häufiges medizinisches Problem bei unerfülltem Kinderwunsch ist eine Hormonunregelmäßigkeit der Frau. Diese Unregelmäßigkeiten sind homöopathisch in vielen Fällen sehr gut zu behandeln. Es ist von großem Nutzen, wenn Frauen, die zum homöopathisch arbeitenden Arzt gehen, bereits eine ausführliche Hormonuntersuchung mitbringen, damit sich der Arzt ein Bild über die Art der Störung machen kann. Gerade die homöopathische Behandlung von Hormonunregelmäßigkeiten zeigt, dass bei regelrechter Anwendung das Wirkprinzip der Homöopathie eine Harmonisierung im Organismus herbeiführt. Im Falle der Hormonstörung heißt dann Harmonisierung, die Normalisierung der hormonellen Abläufe im Organismus.

2) Wird die homöopathische Behandlung häufig genutzt?

Eine genaue Angabe darüber ist schwer möglich, da es bisher meinem Wissen nach keine Studie über die Gesamtzahl der homöopathischen Behandlungen von unerfülltem Kinderwunsch gibt. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass Frauen dann zur homöopathischen Behandlung kommen, wenn schon vielfältige Versuche in der Schulmedizin keine Schwangerschaft ermöglicht haben. Die Wirksamkeit der homöopathischen Behandlung zeigt jedoch die sogenannte „Heidelberger Studie“.

3) Bei welchen Problemen stößt die Homöopathie in der Behandlung von unerfülltem Kinderwunsch an ihre Grenzen?

Homöopathisch meist nicht beeinflussbar sind mechanische Störungen bei der Frau und beim Mann wie zum Beispiel ein verschlossener Eileiter oder ein verschlossener Samenleiter. Kaum beeinflussbar ist es, wenn im Eierstock der Frau kaum oder keine Eizellen heranreifen. Falls auch beim Mann keine Spermien mehr vorhanden sind, ist es meist nicht möglich, den Organismus dahingehend anzuregen, Spermien auszubilden.

4) Wird dann Homöopathie und Schulmedizin kombiniert?

Wie in der Schulmedizin, so ist es auch in der Homöopathie notwendig, dass sowohl der Arzt als auch das Paar, das zur Behandlung kommt, sich darüber bewusst sind, dass man sowohl in der Schulmedizin als auch in der Homöopathie – mit ihren unterschiedlichen Ansätzen – nur versuchen kann, aus dem Gleichgewicht geratene Regulationssysteme wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Dies bedeutet, dass der Therapeut, gleich welcher Richtung, nicht Leben erzeugen kann. Sehr häufig kommen Frauen zur homöopathisch unterstützenden Behandlung, während sie in schulmedizinischer Betreuung sind. Die begleitende homöopathische Therapie kann im Einzelfall sinnvoll sein.

5) Wie sieht der Ablauf einer typischen Behandlung aus?

Die Frau, der Mann, oder beide kommen mit dem Thema des unerfüllten Kinderwunsches. Mitgebrachte schulmedizinische Befunde werden besprochen. Die Behandlung erfolgt nun nach den Regeln der Homöopathie. Unerfüllter Kinderwunsch wird als eine chronische Krankheit eingestuft. Kern der homöopathischen Behandlung ist die Erfassung der Gesamtheit aller Krankheitssymptome des betroffenen Menschen. Dazu berichtet der Patient zunächst über alle Beschwerden, die ihm in den Sinn kommen. Bei Nachfragen durch den Arzt geht es im homöopathischen Sinne darum, ein Symptom genau zu erfassen. Wann ist es zum ersten Mal aufgetreten, was war der Auslöser? Wie ist die Qualität des Symptoms; zum Beispiel wie fühlen sich bestimmte Schmerzen an? Gibt es Hinweise darauf, was ein Symptom verbessert oder verschlechtert? Krankheiten in der eigenen Familie werden erfragt, wie auch das psychische Befinden. Mit seinen Fragen versucht der Arzt die Symptome des gesamten Organismus zu erfassen. Vor allem legt er auf sogenannte besondere oder ausgefallene Symptome Wert. In der Homöopathie ist es ebenfalls wichtig, dass vom Patienten geäußerte Beschwerden untersucht oder auch klinisch abgeklärt werden. Auf Grund all dieser Informationen wird der Therapeut nun eine homöopathische Arznei auswählen, die dem Ähnlichkeitsprinzip entspricht.

Nach etwa sechs bis acht Wochen findet ein weiteres Gespräch statt, um Veränderungen im Organismus nach der homöopathischen Arzneimitteleinnahme zu erfragen. Sobald eine Schwangerschaft eingetreten ist, wird die Frage besprochen, in welcher Art und Weise sie weiter homöopathisch begleitet werden soll. Ist noch keine Schwangerschaft eingetreten, wird die bisherige Behandlung nach homöopathischen Gesichtspunkten überprüft.

DZVhÄ-Tipp

6) Müssen in der Schwangerschaft besondere Regeln bei der Selbstmedikation beachtet werden?

In den ersten drei Monaten sollte mit Medikamenten, egal ob allopathisch oder homöopathisch, besonders vorsichtig und zurückhaltend umgegangen werden, da in dieser Phase der Schwangerschaft die Organe des wachsenden Kindes ausgebildet werden. Besonders niedrig potenzierte Arzneien, die auch noch toxische Wirkungen haben können, wie zum Beispiel Belladonna, Arsen oder Cuprum, können bei längerer Einnahme unerwünschte Wirkungen hervorrufen. Deshalb empfehlen wir generell zur Selbstmedikation die Potenz C 12. Im Zweifelsfall fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Hebamme.


Verfasser/in: Dr. Anton Drähne, Frauenarzt und Arzt für Homöopathie. Im Interview mit dem Deutschen Zentralverein homöopathischer Ärzte. www.homöopathie-online.info


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