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7 Kinder- und Babyprobleme, 1 Google und mehrere Lösungen

Babyprobleme sind häufig – ebenso häufig wird danach gegoogelt und die große Müttersorge beginnt. Dabei sind die allermeisten Dinge wirklich Kleinigkeiten.

Vor allem erstmalige Mütter sind oft schnell mit Panik bei der Sache. Der Zweijährige übergibt sich bei jeder Autofahrt, nach praktisch jedem Baby-Fläschchen kommt der Inhalt rückwärts wieder heraus. Die moderne Antwort auf solche Situationen heißt meist googeln. Ein schlechter Rat, denn glaubt man insbesondere den Dingen, die man in Foren liest, steht der Nachwuchs dann kurz vor der Fahrt zur Notaufnahme – auch wenn in Wahrheit nur ein „Pups“ keinen Weg nach draußen findet. Deshalb gleich die goldene Regel: Krankheiten und Symptome googeln macht erst recht krank. Besser die Finger davon lassen und die folgenden Zeilen durchlesen. Die listen nämlich die häufigsten Wehwehchen, ihre Gründe und Lösungen – und die sind in den allermeisten Fällen wirklich harmlos.

1. Baby spuckt nach jeder Mahlzeit

Jedes einzelne Mal, nachdem die Kleine ihr Fläschchen bekommen hat, landet anschließend ein großer Flecken auf dem Lätzchen. Das Problem muss groß sein, denn googelt man „Baby spuckt“ gibt es immerhin 228000 Antworten – viele davon erstklassige Panik-Auslöser. In Wahrheit ist die Sachlage jedoch einfach.

Woran liegt’s? Trinkt ein Kind, gelangt mit der Flüssigkeit immer auch Luft mit in den Magen. Was wir Erwachsenen kontrolliert als „Bäuerchen“ ablassen können, geschieht bei den Allerkleinsten noch weitgehend unkontrolliert. Das liegt daran, dass der Ringmuskel, der Babys Magen von der Speiseröhre abtrennt, noch nicht so stark ist. Und weil das so ist, kommt mit der Luft öfters auch ein bisschen Milch mit nach oben. In praktisch allen Fällen ist die Milchmenge gering – sieht aber viel aus, weil moderne Lätzchen prima saugen und den Fleck riesig wirken lassen.

Muss ich mir Sorgen machen? Absolut nicht, selbst wenn das Kind wirklich bei jeder einzelnen Milchmahlzeit spuckt, ist das so lange kein Problem, wie es normal trinkt und an Gewicht zulegt. Schon deshalb muss man Spucken über längere Zeiträume beobachten. Abhilfe schaffen Fläschchen mit kleineren Saugöffnungen sowie Systeme mit Entlüftungen. Günstiger ist es zudem, einfach zwischendurch das Kind aufstoßen zu lassen. Sobald Beikost zugefüttert wird, lässt das Problem konsistenzbedingt sowieso meist nach.

2. Kind bekommt im Auto immer Reisekrankheit

Manche Kinder können keine fünf Minuten im Auto sitzen, ohne dass ihnen schlecht wird. Auch das ist ein oft gegoogeltes Problem, denn „Kind Auto Übelkeit“ liefert immerhin 207000 Treffer.

Woran liegt’s? Die sogenannte Reisekrankheit ist mit Abstand einer der größten Problemstellungen bei langen Autoreisen mit Kindern. Sie liegt darin begründet, dass bei Kids der Gleichgewichtssinn noch nicht vollständig entwickelt ist. Das liegt daran, dass beim Gleichgewicht mehrere andere Sinne einander zuarbeiten. Wenn die Entwicklung noch nicht abgeschlossen ist (und das ist sie erst gegen Ende des Grundschulalters), kommt es zu Reaktionen wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Schwindel und dadurch Erbrechen.

Muss ich mir Sorgen machen? Nein, denn solange es nur beim Autofahren geschieht, ist klar, dass es nur durch Gleichgewichtsmangel entsteht. Was man aber vorbeugend tun kann, ist mit dem Kind Gleichgewichtsübungen zu absolvieren. Zusätzlich sollte man zusehen, dass das Kind vor der Fahrt nichts Fettiges isst, währenddessen nicht in Bilderbüchern liest oder auf Tablets spielt und immer einer Spucktüte bereitliegt.

3. Große Probleme mit kleinen Winden

Baby bekommt einen verkniffenen Gesichtsausdruck, zieht die Beine an und der Bauch wird ganz hart – Panik – denkt Mama und ergoogelt sich mit „Baby Blähungen“ satte 552000 Antworten. Dabei ist ruhig Blut die beste Verhaltensweise.

Woran liegt’s? Häufige Blähungen und vor allem die Bauchschmerzen, die sie hervorrufen, haben bei Babys zweierlei Gründe. Erstens liegt es wiederum daran, dass beim Trinken zu viel Luft mit aufgenommen wird. Und zweitens hat erneut die unfertige Baby-Entwicklung Schuld. Denn ein Säuglingskörper wächst wesentlich schneller, als der Stoffwechsel hinterherkommt. Das führt dazu, dass manche Enzyme nicht richtig gespalten werden können und Babys Darmflora nicht so leistungsfähig ist.

Muss ich mir Sorgen machen? Nein. Denn auch hier gilt, solange das Kind normal trinkt, Gewicht zulegt und nicht quasi 24/7 mit Winden zu kämpfen hat, ist das völlig normal. Auch hier helfen die unter Punkt 1 genannten Vorbeugemaßnahmen und als zusätzlich Absicherung warme Kirschkernkissen und leichte Bauchmassagen, welche die Luftblasen den Darm hinab Richtung Ausgang führen.

4. Gestörter Babyschlaf

Es muss in Deutschland viele übernächtigte Mütter geben. Denn unter „Baby Schlafstörungen“ liefert die Suchmaschine stolze 324000 Ergebnisse. Fakt ist in der Tat, dass viele Säuglinge unter Schlafproblemen leiden.

Woran liegt’s? Vor allem in den ersten Lebensmonaten ist es, das weiß jede Mama, selten, dass Babys durchschlafen. Dass man jedoch glaubt, dass Schlafstörungen überhaupt bestehen, kommt ab einem Alter von sechs Monaten. Denn ein so altes Baby kann auch dann nur rund sieben Stunden am Stück schlafen. Bringt man es zu früh ins Bett, ist klar, dass das Kleine vor dem Morgengrauen erwacht. Kommt noch hinzu, dass viele Babys tagsüber Mini-Nickerchen halten, die den Eltern gar nicht auffallen, handelt es sich in den allermeisten Fällen nicht um wirkliche Schlafstörungen.

Muss ich mir Sorgen machen? Absolut nicht. Man muss jedoch stark sein. Denn um einem Baby Schlafen beizubringen sind Nerven vonnöten. Manche Kinder lernen es, indem man das nächtliche Schreien einfach ignoriert. Andere wiederum werden dann erst recht zum Schreikind. Deshalb ist die beste Lösung, den Kindern zwar Nähe zu vermitteln, aber sie nicht unnötig aufzuregen. Einfach dazusetzen und ohne Körperkontakt sanft zureden wiegt die meisten wieder in den Schlaf.

5. Allergie-Angst

Heuschnupfen hier, Hausstaub dort. Die Angst, dass Kinder Allergien bekommen, ist bei vielen Eltern groß und wird unter „Allergien bei Kleinkindern“ mit 563000 Treffern auch kräftig genährt.

Woran liegt’s? Auch Kinderallergien haben zwei hauptsächliche Ursachen. Zum einen ist das die Veranlagung. Kinder ohne allergische Elternteile beispielsweise haben nur ein 15prozentiges Risiko, Allergien zu bekommen. Die andere Seite der Medaille ist das Verhalten der Eltern. Mittlerweile ist es wissenschaftlicher Konsens, dass zu viel Sauberkeit Allergien Tür und Tor öffnet, weil das kindliche Immunsystem sich nicht mit den Auslösern befassen und Gegenstrategien entwickeln kann.

Muss ich mir Sorgen machen? Wenn die Eltern selbst nicht allergisch sind, gar nicht. Und selbst wenn beide Eltern Allergien haben, gibt es immer noch genügend Strategien zur Allergievermeidung. Neben der genannten Reduktion übertriebener Sauberkeit sind dies vor allem:

  • Kein Passivrauch in Kindesnähe
  • Mindestens vier, besser sechs Monate lang stillen
  • Hypoallergene Beikost zufüttern
  • Kuhmilch im ersten Lebensjahr vermeiden

Und dann sollte immer bedacht werden, dass Allergien zwar nerven, aber nicht das Ende der Welt. Insbesondere, weil die Medizin zahlreiche Lösungsansätze kennt und ständig weiterforscht.

6. Weiße Flecken

Vollkommen verständlich. Wenn sich im Baby-Mundraum plötzlich Flecken zeigen, geht Mamas Nervositätslevel durch die Decke. Das zeigt sich schon durch den teilweise sehr panischen Tenor der 382000 Google-Ergebnisse zu „Baby weiße Flecken“.

Woran liegt’s? Einmal mehr ist Babys noch nicht vollständig ausgeprägtes Immunsystem der Schuldige. Das öffnet nämlich der Hefepilzsorte Candida Tür und Tor. Der Befall selbst wird als Mundsoor bezeichnet. Zusätzlich zum Mundraum kann der Pilz auch den weiteren Verdauungstrakt bis ans Ende befallen und setzt sich dort als Windelsoor fort. Die Ansteckung kann schon im Geburtskanal über die Mutter erfolgen.

Muss ich mir Sorgen machen? Nein, in den allermeisten Fällen sind Mund- und Windelsoor völlig harmlos. In manchen Fällen kann es zu Trinkproblemen kommen. Der Gang zum Kinderarzt lässt sich allerdings nicht vermeiden. Denn von alleine verschwindet der Candida-Pilz nicht, der Doktor wird deshalb ein Fungizid verschreiben, das die Sporen abtötet sowie ein schmerzstillendes Mittel, das auf die Stellen getupft wird. Nach zehn Tagen ist das Problem meist Geschichte. Übrigens sollte bei einem Befall kein Kamillentee gegeben werden, der steht im Verdacht, Soor zu fördern.

7. Kind steckt absolut alles in den Mund

Wenn manche Babys das Krabbeln erlernen, ist nichts mehr vor ihnen sicher. Ob Fernbedienung, Schlüsselbund oder Tageszeitung, alles wird mit dem Mund ebenso analysiert wie mit den Augen. Das scheint viele Eltern zu verunsichern, denn „Baby nimmt alles in den Mund“ ist das „Königs-Google“ dieses Artikels mit 615000 Treffern.

Woran liegt’s? Ganz einfach daran, dass sich das Baby nun vollends in der oralen Phase befindet. Das Hauptmerkmal dieses Lebensabschnitts ist, dass er bei jedem Kind unterschiedlich stark ausgeprägt ist. Manche Kids nehmen nur wenig in den Mund, andere sabbern mit echtem Genuss alles an, was ihnen in die Fingerchen kommt.

Muss ich mir Sorgen machen? Grundsätzlich nicht, denn die orale Phase ist wie gesagt völlig normal. Allerdings ist dann allerhöchste Wachsamkeit erforderlich, denn Kinder in dieser Phase machen in ihrem „mündlichen Entdeckungstrieb“ vor absolut gar nichts halt. Das gilt für schlicht ekelerregende Dinge ebenso wie für Giftiges oder Gefährliches. Und weil Kinder sich selbst noch nicht im Griff haben, herrscht bei Verschlucken dann akute Lebensgefahr. Aber: Solange die Dinge groß und vor allem auch sauber genug sind, besteht absolut kein Grund zur Panik. Im Gegenteil, denn dadurch, dass Baby die nicht gerade saubere Fernbedienung mit dem Mund analysiert, werden auch automatisch die Abwehrkräfte gestärkt.

Fazit

Wer bei etwas, das ihm an seinem Kind spanisch vorkommt, direkt zum Tablet greift und Google aufruft, macht sich nur selbst unnötig Panik. Auch wenn das Netz voll mit Horrorgeschichten voller Krankheiten und Leid ist, ist das nur ein Zerrspiegel der Realität und die allermeisten Symptome sind nur Ausdruck einer vollkommen normalen kindlichen Entwicklung. Aufmerksamkeit ist bei verändertem Verhalten immer vonnöten. Solange das jedoch nicht mehrere Tage andauert, sollte Sorge keinen Platz haben – und erst Recht nicht Panik durch eine Suchmaschine befeuert werden.

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