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Übelkeit in der Schwangerschaft

Emesis oder Hyperemesis gravidarum ist der medizinische Fachbegriff für die eigentlich ganz einfache Schwangerschaftsübelkeit.

„Hyper“ heißt „zuviel“, „emesis“ kommt von „emere“ und bedeutet „übergeben“ und „gravidarum“ steht für die Schwangerschaft. Salopp gesagt bedeutet dies einfach nur, dass man sich in der Schwangerschaft (zu viel) übergibt. Doch immer mehr Frauen leiden unter vermehrter Schwangerschaftsübelkeit, und zwar teilweise so stark, dass sie im Krankenhaus stationär aufgenommen und dort von Hebammen und Krankenschwestern so lange aufgepäppelt werden müssen, bis Übelkeit und Erbrechen wieder im Rahmen bleiben.

Woher kommt das heftige Erbrechen in der Schwangerschaft?

25–50 % aller Frauen ereilt das Schicksal der Emesis oder Hyperemesis gravidarum. So richtig geklärt, warum man sich ausgerechnet übergeben muss, wenn man frisch schwanger ist, ist es leider nicht. Man nimmt an, dass das ß-HCG-Hormon schuld ist. Das HCG ist das Schwangerschaftshormon und wird gebildet, wenn sich die befruchtete Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut einnistet und sich mit dem Blutkreislauf der Mutter verbindet. Innerhalb der ersten 6–8 Wochen verdoppelt sich der HCG-Wert alle zwei Tage und bis zum Ende der 9. SSW steigt der Faktor des HCG-Wertes auf über 1000 Einheiten an. Dies ist dann auch der Zeitpunkt, an dem die Schwangerschaftsübelkeit Einzug in den weiblichen Körper hält.

Dann ist aber nicht klar, welcher Typ Frau prädestinierter für das übermäßige Erbrechen ist und wer nicht. Die Forschung nimmt an, dass Frauen, die unter viel Stress leiden und nicht besonders glücklich mit der Schwangerschaft oder in der Partnerschaft sind, schneller an Hyperemesis leiden, als gefestigte Frauen. Somit gilt die Hyperemesis gravidarum auch als ein psychosomatisches Krankheitsbild. Typisch für eine (Hyper)Emesis gravidarum ist übrigens das Erbrechen nach dem Aufstehen oder am frühen Morgen.

Was kann man gegen dieses typische Schwangerschaftsleiden tun?

Eine leichte Form der Emesis gravidarum kann sehr gut mit den üblichen, alten Hausmittelchen gegen Übelkeit behandelt werden – Ruhe halten, Tee trinken, überhaupt viel trinken, möglichst 5–6 kleinere Mahlzeiten am Tag zu sich nehmen und schon im Bett, vor dem Aufstehen, Frühstücken. Wer sich schon mehr übergeben muss, kann selbstverständlich auch auf freiverkäufliche Medikamente wie Vomex A, Vomacur oder Nausema zurückgreifen. Ebenfalls helfen alternative Methoden wie Akupunktur, Taping und die Gabe von homöopathischen Globuli gegen das übermäßige Erbrechen bei Schwangerschaftsbeginn. Diese Alternativen wenden Sie aber am besten nur in Zusammenarbeit mit Ihrer Hebamme oder Ihrem Arzt an, da hierfür ein besonderes Fachwissen nötig ist.

Wem das alles aber nichts hilft oder wem es zusehends schlechter geht und körperlich abbaut, dem sei die direkte Vorstellung bei einem Arzt oder im Krankenhaus angeraten.

Erste Symptome, die in ärztliche Hand gehören, sind zum Beispiel:

  • mehrfaches Erbrechen am Tag
  • kein Essen/Trinken kann im Körper behalten werden
  • Gewichtsabnahme
  • Schwächegefühl und Schweißausbrüche
  • jegliche Kreislaufinstabilität

Wenn es tatsächlich soweit kommt, dass einige Tage stationärer Aufenthalt nötig werden, wird im Krankenhaus neben regelmäßigen Blutkontrollen vor allem mit Infusionstherapie behandelt. Hierbei reicht es oftmals aus, dass kreislaufstabilisierende Infusionen mit zugesetzten Elektrolyten gegeben werden (z.B. Sterofundin, Jonosteril etc.).

In äußerst seltenen Fällen muss eine Frau aber über einen gewissen Zeitraum parenteral ernährt werden, das bedeutet, dass speziell angefertigte Infusionen mit zugesetzten Kalorien über die Vene ins Blut laufen und der Magen eine kleine Pause bekommt.

In der Regel bis zur 12. SS-Woche

Halten vermehrte Übelkeit und Erbrechen nach der 14. SSW noch an oder kommen nach diesem Zeitpunkt wieder, sollten andere Ursachen für das Erbrechen abgeklärt werden. Nicht selten stecken Magenschleimhautentzündungen oder simple Magen-Darm-Infekte dahinter und können schnell behandelt werden.

Schwangerschaftsübelkeit ist also wirklich ein kleines bis großes Übel zu Beginn der Schwangerschaft, das in der Regel aber mit einfachen Mitteln im Rahmen gehalten werden kann, mit der ca. 12. Schwangerschaftswoche aber auch wieder verschwinden wird.

Weise Hebammen behaupten übrigens, je schlechter einer Frau zu Beginn der Schwangerschaft ist oder je mehr sich eine Frau bei Schwangerschaftsbeginn übergeben muss, desto sicherer und problemloser ist die Schwangerschaft …


Verfasser/in: Simone Ludwig, Hebamme aus Berlin-Spandau von der Hebammenpraxis Rundherum. Weitere Informationen zum Profil finden Sie auf der Webseite der Hebammenpraxis Rundherum.


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