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Staunen, Lernen, Wachsen: Babys Entwicklung in den ersten Monaten

Direkt nach der Geburt beginnt für die Eltern und das Neugeborene eine turbulente Zeit. Die Entwicklung des Babys geht in großen Schritten voran. Täglich werden neue Erfahrungen gemacht und der kleine Körper wächst in rasanter Geschwindigkeit. Wie kann das kleine Wesen dabei von uns unterstützt werden? Braucht es schon Spielzeug? Und wieviel Förderung ist überhaupt gesund?

Nicht nur körperlich, auch geistig vollbringen Babys von Anfang an wahre Höchstleistungen. Es gilt die Welt in die es geboren wurde zu erfahren und zu verstehen. Mit großen Augen erkundet der kleine Mensch seine Umgebung und saugt alles wissbegierig in sich auf. Nach und nach, wenn das Baby kräftiger wird, ist es auch in der Lage zu interagieren und die vielen neuen Dinge im wahrsten Sinne des Wortes zu begreifen.

Der ganz individuelle Weg vom Baby zum Kleinkind

Jedes Kind entwickelt sich dabei unterschiedlich und in seinem ganz eigenen Tempo. Manche Schritte wird es dabei durchlaufen, als hätte es sich Siebenmeilenstiefel angezogen, bei anderen hingegen braucht es möglicherweise etwas mehr Zeit. Die oft aufgezählten Meilensteine sind deshalb nur als Anhaltspunkt zu sehen und zeigen, zu welchen unglaublichen Leistungen Babys bereits in der Lage sind.

Der Nachwuchs kommt dabei schon mit einer Vielzahl an angeborenen Reflexen auf die Welt. Diese helfen ihnen dabei, mit den wichtigsten Dingen zurechtzukommen und sich überhaupt weiterentwickeln zu können. Und die wichtigsten Dinge, das sind in erster Linie auf sich aufmerksam zu machen und Nahrung zu bekommen.

Neben dem Suchreflex, der dazu dient, die Mutterbrust zu finden ist auch der Saug- und Schluckreflex vom ersten Tag an vorhanden. Bereits ein leichtes Berühren etwa der Wange des Babys wird es dazu animieren, den Kopf zu drehen und den Mund zum Saugen zu öffnen. Das Berühren der Lippen löst dann den Saugreflex aus.

Reflexe als Werkzeug für die Entwicklung

In den ersten Tagen unterstützen weitere Reflexe das Baby dabei, schnell Fortschritte zu machen. Sie verschwinden allerdings nach einigen Wochen wieder. Dann konnten bereits neue Dinge gelernt werden, die zur weiteren Entwicklung notwendig sind.

  • Atemschutzreflex: Er sorgt dafür, dass beim Kontakt mit Wasser die Atemwege verschlossen werden und nichts in die Lunge eindringen kann. In den ersten Monaten ist das Baby beim Schwimmen deshalb optimal geschützt.
  • Greifreflex: Berührt man die Handinnenflächen des Babys, werden sich automatisch die kleinen Finger schließen. Dieser Reflex kann gezielt trainiert werden und hilft dem Baby, das Greifen und Koordinieren der Hände zu erlernen.
  • Schreitreflex: Auch der Drang sich selbst fortzubewegen ist angeboren. Wird das Baby hochgehoben, fängt es automatisch an mit den Füßen zu tippeln, wenn diese den Boden berühren. Auch wenn es noch lange nicht genug Kraft hat zu laufen, sind die grundlegenden Bewegungsmuster dabei schon angelegt.

Andere Reflexe tragen zur Entfaltung komplexerer Entwicklungsstufen bei. Sie unterstützen etwa die Ausbildung des Gleichgewichts, des Orientierungssinnes oder auch die emotionale Heranreifung beim Umgang mit neuen Situationen.

Die ersten Wochen mit dem Neugeborenen

Schon in den ersten Tagen werden Babys viel wacher sein als zu Beginn und ihre Umgebung aufmerksam beobachten. Alle fünf Sinne sind bereits während der Schwangerschaft ausgebildet worden und einsatzfähig. Allerdings fällt es den Babys noch schwer, ihre Pupillen scharfzustellen (Akkomodation). Der Sehsinn entwickelt sich in der Regel in den ersten sechs bis acht Monaten. In einer Entfernung von rund 20 bis 40 Zentimetern können sie Gegenstände und Personen jedoch bereits scharf sehen. Nach und nach wird die Augenmuskulatur gestärkt und die Fähigkeit zur Akkomodation verbessert.

Die Sehfähigkeit kann gefördert werden, indem man die Aufmerksamkeit des Babys immer wieder auf neue Dinge lenkt. Je länger es dabei etwas betrachtet, umso interessierter ist es daran. Wenn das Kleine immer mal wieder auf den Bauch gelegt wird, etwa beim Wickeln, wird es ebenfalls versuchen, den Kopf zu heben um besser sehen zu können. Dadurch wird eine Vielzahl unterschiedlicher Muskeln trainiert.

Der Hörsinn ist hingegen schon vollständig entwickelt. Wenn der kleine Rest Fruchtwasser nach ein paar Tagen verschwunden ist, können Geräusche ohne Einschränkungen wahrgenommen werden. Die Babys sind in der Lage, die Stimme der Eltern schon nach kurzer Zeit von anderen zu unterscheiden.

Der Tastsinn spielt nicht nur bei der Erlernung motorischer Fähigkeiten eine wichtige Rolle, sondern auch bei der emotionalen Entwicklung. Das Berühren der Haut etwa durch Streicheln oder Massagen hilft dabei eine enge Bindung aufzubauen und den Tastsinn weiter zu fördern. Am besten funktionieren die Sinneszellen zu Beginn im Bereich des Mundes. Dies ist auch der Grund, weshalb Babys diesen in erster Linie zum erforschen neuer Dinge benutzen.

Geschmacks- und Geruchssinn sind ebenfalls bereits gut ausgeprägt. Je abwechslungsreicher die Geschmackseindrücke bereits in der Schwangerschaft sind, umso umfangreicher sind die Geschmacksknospen ausgebildet. Und der Geruchssinn ist sogar so weit entwickelt, dass er den Babys beim Auffinden der Mutterbrust hilft.

Um später eine gesunde Ernährung bei den Kleinen durchzusetzen, hilft es nur, stets eine große Vielfalt zur Verfügung zu stellen. Was ein Baby individuell gerne mag ist buchstäblich Geschmackssache. Grundsätzlich macht ihnen das Essen jedoch Spaß und dieser Faktor kann sinnvoll genutzt werden, um ihnen auch weniger beliebte Lebensmittel „schmackhaft“ zu machen. Auch die Wahrnehmung und Auseinandersetzung mit Essen ist ein wichtiger Prozess. Eltern sollten sich zum Füttern deshalb viel Zeit nehmen. Eine entspannte Atmosphäre und das genaue Beobachten des Sprösslings helfen, hier auch mit Problemessern klarzukommen.

Die Entwicklung mit passendem Spielzeug unterstützen

In der allerersten Zeit wird das Baby mit unzähligen neuen Sinneseindrücken konfrontiert. Spezielle Spielsachen sind dann erst einmal überflüssig. Nach und nach können bestimmte Dinge jedoch dabei helfen, die Sinneswahrnehmung gezielt zu fördern oder neue Reize zu schaffen. Ein Mobile über dem Kinderbettchen etwa zieht den Blick auf sich, ein Kuscheltier, das mit unterschiedlichen Oberflächen abwechselnde haptische Eindrücke vermittelt oder auch eine Rassel regen zur Interaktion an.

Bei der riesigen Auswahl ist es nicht immer leicht, das passende zu finden. Spezialisierte Geschäfte bieten oftmals eine zusätzliche Beratung für altersgerechtes Spielzeug und legen bei ihrem Sortiment Wert auf naturbelassene Materialien. Erfahrungsberichte im Internet können weitere sinnvolle Informationen zum Kauf vermitteln. Auch bei Onlineshops besteht meist die Möglichkeit, Artikel kostenlos zurückzusenden, sodass man sie wie im Ladengeschäft zunächst genauer unter die Lupe nehmen kann.

Grundsätzlich ist einfaches Spielzeug, dass die Fantasie anregt und viele unterschiedliche Möglichkeiten zur Interaktion bietet besser geeignet, als komplexere Spielsachen, die eher unterhalten oder auf wenige Handlungsweisen beschränkt sind.

Gerade in der ersten Zeit sollte die Qualität vor der Quantität stehen, denn zu viele Dinge können die Babys auch schnell überfordern. Etwa ab einem Alter von drei Monaten kann mit Spielsachen die Entwicklung werden.

Wieviel Förderung ist gesund?

Viele Reize, die wir durch Spielsachen oder unser eigenes Verhalten bieten, fordern das Baby zur Aufmerksamkeit und Interaktion auf. Dabei sollten verschiedene Punkte beachtet werden:

Babys verfügen gerade am Anfang über eine sehr kurze Aufmerksamkeitsspanne. Es ist normal, wenn sie sich nach kurzer Zeit abwenden und sich anderen Dingen widmen wollen. Vor allem komplexere Vorgänge überfordern es dann noch. Allerdings können sie sich dagegen stundenlang mit einem einfachen Beißring beschäftigen oder sie wiederholen unzählige Male dieselben Bewegungsmuster. Einerseits tun sie das, weil es Spaß macht, andererseits wird so auch die Koordination trainiert.

Die Reize, die wir den Babys bieten, sollten vor allem vielfältig sein. Ob durch unterschiedliche Geräuscheindrücke, dem Ansprechen aus verschiedenen Richtungen oder auch verschiedene Arten der Berührung. Dies hilft ihnen dabei, sich mit einer Vielzahl an Herausforderungen auseinanderzusetzen. So werden nicht nur die unterschiedlichsten Muskelgruppen gefordert, auch die Ausbildung von Sinneszellen wird gefördert.

Dem Baby sollte immer auch die Gelegenheit gegeben werden, selbst aktiv zu werden. Mischen sich die Eltern durch ihr Verhalten zu sehr ein, kann dies schnell einseitig werden. Stehen etwa mehrere Spielsachen zur Auswahl, sollte das Baby auch mal selbst wählen dürfen. Dann muss es sich möglicherweise auch erst einmal strecken, um das Gewünschte zu erreichen. Dies fördert einerseits die Selbständigkeit und andererseits das Selbstbewusstsein.

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