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Hoch ansteckend: So schützen Sie Ihr Kind vor Masern

Masern BabyVon wegen „lustige rote Punkte“: Masern sind nicht nur hoch ansteckend, sie können auch schwerwiegende Spätfolgen haben. Lesen Sie hier die wichtigsten Fakten über die Krankheit und über den sichersten Impfschutz.

Benjamin Blümchens Freund Otto hatte sie. Pippi Langstrumpfs Nachbarn Annika und Tommy hatten sie. Selbst Ernie und Bert aus der Sesamstraße wurden nicht verschont: Masern gehörten früher einfach dazu. Für die Helden unserer Kindheit war die Krankheit fast noch so normal wie eine Grippe.

Das ist heute zum Glück anders. Allein in den letzten 15 Jahren hat sich die Zahl der gemeldeten Masern-Erkrankungen in Deutschland um den Faktor 20 (!) reduziert: 2001 steckten sich laut Robert-Koch-Institut noch über 6.000 Menschen an. Im Jahr 2016 waren es nur noch ein paar mehr als 300. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat sogar das Ziel, die Masern weltweit auszurotten. Ihre Impfkampagnen zeigen bereits Wirkung: In Nord- und Südamerika, in Skandinavien, in zahlreichen Ländern Osteuropas und in einigen Staaten im Süden Afrikas treten Masern gar nicht mehr auf. In Deutschland lassen sich dafür jedoch noch nicht genug Menschen impfen.

Keine „lustige Kinderkrankheit“

Die Viren, die Masern verursachen, gehören zu den ansteckendsten überhaupt. Es handelt sich dabei um eine Tröpfcheninfektion. Das heißt: Der Virus wird beim Niesen, beim Husten, beim Trinken aus demselben Glas oder ganz einfach schon beim Sprechen übertragen.

Dabei haben Masern längst das Image der harmlosen Kinderkrankheit mit den lustigen Punkten verloren. 10 bis 12 Tage nach der Ansteckung treten Symptome auf, die einer Grippe zunächst sehr ähnlich sind: Husten, Schnupfen, eventuell eine Bindehautentzündung und dazu hohes Fieber. An der Schleimhaut der Wangen zeigt sich ein weißlicher Belag. Die für die Masern so typischen roten Punkte kommen erst Tage später hinzu, in der Regel begleitet durch einen neuen Fieber-Schub. Der Ausschlag zeigt sich zunächst im Gesicht und breitet sich von hier aus über den ganzen Körper aus. Nach 3 bis 4 Tagen verschwindet er wieder. Da die Masern das Immunsystem schwächen, können zusätzliche Erreger allerdings weitere Entzündungen verursachen (zum Beispiel der Ohren oder der Lunge). 0,1 Prozent der Masern-Patienten erleiden eine Gehirnentzündung. Das klingt wenig. Doch etwa 10 bis 20 Prozent dieser Betroffenen sterben an den Folgen der Gehirnentzündung. Das bedeutet: Auf 10.000 Masern-Patienten kommt etwa ein Todesfall. Bei zirka 2 bis 3 Patienten pro 10.000 bleiben schwere Folgeschäden zurück, zum Beispiel eine Lähmung oder aber eine geistige Behinderung.

Spätfolgen: sehr selten, aber schwerwiegend

Die sogenannte subakute sklerosierende Panenzephalitis (SSPE) ist eine Spätfolge der Masern. Sie verursacht eine unaufhaltsame Zerstörung der Gehirnzellen und führt innerhalb von 2 bis 3 Jahren zum Tod des Patienten. Die SSPE kann 6 bis 8 Jahre nach der Masernerkrankung auftreten. Kinder, die jünger als 5 Jahre alt waren, als sie die Masern hatten, sind besonders gefährdet. Insgesamt tritt die SSPE aber nur in 4 bis 11 Fällen von 100.000 Masern-Patienten auf.

Was kann ich gegen Masern tun?

Antibiotika sind gegen Viren-Erkrankungen wie Masern wirkungslos. Hat es einen erst einmal erwischt, können nur noch die Krankheitszeichen (wie zum Beispiel das Fieber) behandelt werden. Eine Impfung bietet den besten Schutz, um sich gar nicht erst mit Masern anzustecken.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Kombi-Impfung, die sogenannte MMR-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln. Die erste von zwei Teilimpfungen erfolgt zwischen vollendetem 11. und 14. Lebensmonat. Sie kann unter gewissen Umständen auch auf den 9. Monat vorgezogen werden (wenn zum Beispiel durch eine frühe KiTa-Betreuung eine erhöhte Ansteckungsgefahr besteht). Die zweite Impfung erfolgt dann frühestens 4 Wochen nach der ersten Impfung und spätestens gegen Ende des zweiten Lebensjahres. Achtung: Hierbei handelt es sich nicht um eine Auffrisch-Impfung, sondern um einen wichtigen Bestandteil für den kompletten Impfschutz! Die zweite Impfung darf daher nicht ausgelassen werden. Ärzte gehen davon aus, dass der Impfschutz ein Leben lang anhält.

Masern-Impfung: Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Die Impfung ist gut verträglich. Bei nur etwa 5 Prozent der Patienten kommt es zu einer Rötung oder auch Schwellung der Einstichstelle. Leichtes Fieber, Kopfschmerzen und Magen-Darm-Beschwerden können ebenfalls auftreten. Nach maximal 4 Wochen können bei 2 bis 5 Prozent der Geimpften sogenannte „Impf-Masern“ auftreten: ein Masern-ähnlicher Ausschlag, verbunden mit leichtem Fieber. Diese Impf-Masern sind nicht ansteckend! Sie verschwinden nach kurzer Zeit wieder von allein.

Allergische Reaktionen auf den Impfstoff sind sehr selten. Der Zusammenhang zwischen der Impfung und einer möglichen Gehirnentzündung wurde zwar diskutiert, konnte jedoch nie belegt werden.

Wie schütze ich mein Kind in der Zeit vor der Impfung?

In den ersten Lebensmonaten besteht der sogenannte Nestschutz: Wenn die Mutter gegen Masern geimpft ist oder aber selbst bereits die Masern hatte, verfügt ihr Kind zunächst über ausreichend mütterliche Antikörper. Diese werden jedoch im Laufe der Zeit abgebaut. Und da Kinder frühestens ab dem 9. Monat geimpft werden sollten, entsteht über einen kurzen Zeitraum eine Immunitätslücke. Daher sollte in dieser Zeit auf einen ausreichenden Schutz aller Kontaktpersonen geachtet werden.

Bye, bye, Masern!

Heute haben die Helden unserer Kinder zum Glück Wichtigeres zu tun, als sich von einer Masernerkrankung zu erholen: Die Krankheit ist zahlenmäßig bereits so zurückgegangen, dass das Thema kaum noch in aktuellen Kinderbüchern oder -sendungen behandelt wird. Mit dem richtigen Impfschutz können Sie diese Entwicklung weiter unterstützen und dafür Sorge tragen, dass die roten Punkte auch aus dem wahren Leben komplett verschwinden. Bei Fragen rund um das Thema wenden Sie sich bitte an Ihren Kinderarzt!

Die in diesem Text angegebenen Zahlen und Daten haben wir der Seite www.impfen-info.de entnommen. Hier finden Sie ebenfalls weiterführende Informationen.