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Wind an – Schuhe aus

7:00 Abfahrt in Berlin. Das Auto ist wie immer komplett zugepackt. Vor 1,5 Stunden haben wir Hamburg durchquert. Voll, wuselig, viel Verkehr. Großstadt halt.
Und nun stehen wir 4 hier. Ohne Schuhe. Die Haare zerzaust.
Darauf haben wir ein ganzes Jahr gewartet. Jetzt sind wir angekommen und unsere Füße werden die nächsten zwei Wochen nur selten Schuhe zu sehen bekommen. Wir lassen den Blick über den etwa zwölf Kilometer langen und bis zu zwei Kilometer breiten Sandstrand mit den als Wahrzeichen bekannten Pfahlbauten schweifen und kommen wie immer ins Schwärmen. Die Weite ist unbeschreiblich und die salzige Nordseeluft tut so gut.

Die Fakten

Sankt Peter-Ording (SPO) liegt an der Westspitze der Halbinsel Eiderstedt, im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Die Gemeinde Sankt Peter-Ording hat die fünf Ortsteile Böhl, Dorf (Süd), Bad, Ording und Brösum. Da Sankt Peter ein Nordseeheilbad ist fällt eine Kurabgabe an, diese muss möglichst am Anreisetag oder den Tag darauf bei der Touristeninformtion für den gesamten Zeitraum gezahlt werden. Man erhält darauf die Gästekarten, mit denen man verschiedene Ermässigungen bekommt und die auch den kostenlosen Strandbesuch ermöglichen.

Wie für die Küstenregionen an der Nordsee typisch bringt das Seeklima auch in Sankt Peter-Ording milde Winter und kühle Sommer. Windstärken von 7 bis 10 sind keine Seltenheit, von daher ist es empfehlenswert, gerade für die Kinder, eine schützende Sonnenbrille und auch im Sommer eine dünne Mütze dabeizuhaben. Denn starker Wind in Verbindung mit feinkörnigem Sand in Augen und Ohren ist tückisch und lässt die eben noch fröhliche Kinderstimmung schnell kippen. Aber wie sagten meine Eltern als langjährige Nordsee Urlauber schon als Kind zu mir: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung.“ Und das gilt auch heute noch.

Der Strand

Auf dem unangefochtenen Platz 1 steht bei uns und unseren beiden Jungs natürlich der Strand. Allein schon das Wunder von Ebbe und Flut begeistert unsere Kinder jedes Jahr aufs Neue. Dadurch wird es am Strand auch nie langweilig. Es müssen Staudämme gebaut und verstärkt werden, Gräben werden gebuddelt, so dass die nahende Flut die vorher gebaute Sandburg nicht komplett einnimmt. Die erste Aufgabe am Strand ist es unser persönliches Wasserloch zu buddeln um selbst bei Ebbe immer etwas Wasse in greifbarer Nähe zu wissen.
An den fünf Badestellen Böhl, Süd/Dorf, Bad, Ording und FKK/Ording-Nord kann man sich einen von rund 1.400 Strandkörben mieten, diese stehen aber im hinteren Teil des Strandes. Mit Kindern ist es aber am einfachsten man bringt sich eine Strandmuschel mit. Diese dient als Wind- und Sonnenschutz und hat den Vorteil, dass man sich dadurch sein Plätzchen weiter vorne suchen kann. So haben die Kinder einen größeren Freiraum und man hat sie besser im Blick wenn sie bei Ebbe auf den freigelegten Sandbänken herumtollen, buddeln und durchaus auch Fußball spielen können.

Einer der tollsten Vorteile ist das in SPO erlaubte Strandparken. Für 6 € am Tag pro Auto darf man in Böhl und Ording mit dem Auto den Strandparkplatz befahren und hat so mit Sack und Pack und Kindern einen kürzeren Fußweg. Ab einem Aufenthalt von 10 Tagen empfiehlt es sich in der Touristeninformation eine Saisonstrandparkplakette zu besorgen. Da wir bei jedem Wind und Wetter wenigstens einmal kurz auf den Strand fahren kaufen wir sie immer gleich am ersten Tag. Wir fahren mit unseren Kindern immer an den Strand nach „Ording“ da das Wasser dort bei Ebbe nicht so weit raus geht.

Der Böhler Strandabschnitt eignet sich dafür hervorragend für Watt-Entdeckungstouren. Bewaffnet mit Eimer und Kescher geht es auf die Suche nach Muscheln, Krabben, Krebsen und Wattwürmern. Nordseeunkundigen empfehle ich aber auf jeden Fall eine geführte Wattwanderung (es gibt auch Wattwanderungen die extra für Kinder ausgelegt sind) da ein Ausflug auf eigene Faust auch Gefahren mit sich bringen kann.

Jeder Strand in SPO verfügt über einen eigenen Pfahlbau mit einem Restaurant .Einen separaten Imbiss gibt es ebenfalls an den Stränden. In einem weiteren Pfahlbau sind die Toiletten untergebracht.

Die Ausflüge

Spielt das Wetter mal nicht mit gibt es Ortsteil St. Peter-Bad die Dünen Therme. Ein modernes Freizeit- und Erlebnisbad mit großer Saunalandschaft. Verteilt auf über 1000 m² Wasserfläche wird die Dünen Therme mit Meerwasser betrieben. Für weiteren Spaß sorgen ein extra warmes Babybecken mit Sprinklern und einer kleinen Rutsche. Sehr beliebt sind auch die Wildwasser- und die Reifenrutsche, dank Doppelreifen können hier auch schon die etwas Kleineren mitrutschen. Die Turborutsche ist jedoch erst für Kinder ab 12 Jahren zuglassen. Einziger Wermutstropfen sind die bei schlechtem Wetter doch oftmals nicht unerheblichen Wartezeiten, diese können mit kleineren Kindern schon etwas nervenaufreibend werden.

Etwa 20km entfernt, in Tönning, befindet sich das Multimar Wattforum, das größte Informationszentrum für den Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Hier gibt es eine Erlebnisausstellung zu Watt, Walen und dem Weltnaturerbe mit zahlreichen Aquarien. Hier kann man auch schonmal einen Seestern oder einen Krebs auf die Hand nehmen wenn ein Angestellter mit am Becken ist. Im Außenbereich gibt es einen schönen Spielplatz, der mit Wasserspielmöglichkeiten zum Verweilen lockt.

Im Westküstenpark befindet sich die größte mit reinem Nordseewasser gefüllte Seehundanlage (Robbarium) Deutschlands, es gibt 2x täglich Seehundvorführungen und Wildtierfütterungen.

Der aus der Bier-Werbung von Jever bekannte Leuchtturm Westerheversand ist auch einen Ausflug wert. Er ist auch für Kinder interessant zu erleben, wie hoch so ein Leuchtturm doch tatsächlich ist, der von weitem immer so klein wirkt. Vom Parkplatz sind es rund 2km Fußweg bis zum Leuchtturm. Dieser kann jedoch nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden und ist aus versicherungstechnischen Gründen auch erst für Kinder ab 8 Jahren zugänglich.

Das Eidersperrwerk ist auch immer einen Besuch wert. Das imposante Bauwerk mit seinen riesigen Toren ist zum Schutz vor Sturmfluten der Nordsee, es ist das größte deutsche Küstenschuzubauwerk. Von hier starten auch viele Kutterfahrten zu den Seehundbänken, spezielle Piratenkutterfahrten für Kinder werden während der Hauptsaison ebenfalls angeboten.

Jeden Samstag von 6:00 -13:00 Uhr ist in der 40 km entfernten Stadt Heide, Markttag auf dem größten Marktplatz Deutschlands, Mittwochs gibt es einen kleinen, aber sehr schönen Wochenmarkt in St. Peter-Dorf. Für uns ein absolutes Muss denn wir haben bis jetzt nirgends besseren Hering in Sahnesoße gefunden. Wer Donnerstags Abends ab 17:00 Uhr noch einen Ausflug starten möchte der sollte sich den „Do-I-Do“, den “Donnerstag im Dorf“ nicht entgehen lassen. Ein kunterbuntes Strassenfest mit Kinderkarussel, örtlichen Händlern sowie Speis und Trank. Es gehört zu den beliebtesten Straßenfesten an der Nordseeküste.

Für die Erwachsenen kann ein Strandsegel-Schnupperkurs sicherlich eine willkommene Abwechslung und ein tolles Erlebnis sein, auch werden vom Wasersportcenter H2O am Ordinger Strand zahlreiche Kurse an (z.B. Surf Schnupperkurse für Kinder).

Einmal im Jahr findet am Strand das weithin bekannte Drachenfest statt. Es ist ein unvergesslichs Erlebnis für Groß und Klein wenn metergroße Drachenexponate von Drachenfliegern aus aller Welt den Himmel bunt werden lassen. Abends ab 22:00 beginnt das traditionelle Nachtfliegen mit selbstleuchtenden und angestrahlten Drachen. Eine einmalige Show, die jeden Zuschauer in eine Fantasiewelt zaubert.

Übernachten und Essen

Es gibt viele neue tolle Hotels in Sankt Peter Ording, die teilweise direkt an der Strandauffahrt liegen, wie das sicherlich hippe Beach Motel. Das Hotel Zweite Heimat, ist ein Stück direkt hinterm Deich gelegen und bietet auch Familienzimmer an. Das Strandgut Resort im Ortsteil Bad bietet einen direkten Zugang zur Dünentherme.

Wir bevorzugen mit den Kindern eher den Urlaub in einem Ferienhaus. Dort können wir uns den Tag so einteilen wie es für uns passt und es wird uns auch bei schlechtem Wetter nicht zu eng. Auch hier sollte für jeden Geldbeutel das Passende dabei sein. Das Angebot reicht von der einfachen Ferienwohnung bis hin zum luxuriösen Ferienhaus mit Außenwhirlpool. Es gibt natürlich auch zahlreiche Campingplätze in den Ortsteilen, diese liegen teilweise direkt hinterm Deich.

Für die Selbstversorger und die Dinge des täglichen Bedarfs liegt im Ortsteil Dorf das große Gewerbegebiet mit zahlreichen Einkaufsmöglichkeiten, von Lebensmittelgeschäften über Drogerie, Apotheke, Sportgeschäft, Getränkemarkt, Fischimbiss mit Ausser-Haus-Verkauf und einigen Einzelhandelsläden. In der Hauptsaison ist hier zu Stosszeiten reger Trubel und es kann passieren das man auf dem riesigen Gelände keinen Parkplatz findet.

Ebenso empfehlenswert ist ein Besuch bei Gosch, an der Seebrücke in Bad. Einen kühlen Sundowner im Strandkorb geniessen, mit Blick auf die Salzwiesenlandschaft bis hin zu den Pfahlbauten. Wir essen Garnelen mit Knoblauchbrot und die Kinder geniessen ihren Milchreis.
Im Ortsteil Bad gibt es zahlreiche Restaurants zum gemütlichen Verweilen. Bei vielen kann man das Essen auch zügig mitnehmen um mit den vom langen Strandtag erschöpften Kindern in Ruhe zu Hause zu essen.

Tschüss SPO… bis bald!

Wie immer gehen zwei Wochen Urlaub viel zu schnell vorbei, in 3 Jahren SPO in Folge hatten wir wettertechnisch schon einiges dabei. 2 Wochen ausschließlich Sonnenschein,deshalb haben wir das Ortsschild lediglich bei der An- und Abreise passiert und unsere Tage ausschließlich am Strand genossen. Oder eine dem Strand nahende Gewitterfront und einen damit verbundenen halbstündigen Abfahrtsstau runter vom Strand. Eine viel zu schnell steigende Springflut mit wunderbaren Wellen, verbunden mit der Aufforderung, den Strandparkplatz zu räumen oder aber eine komplette Überflutung des Parkplatzes für mehrere Tage. Mit einer kurzen Hose, Pulli und Regenjacke übersteht man aber auch solche Wetterkapriolen natürlich mit links. Denn als Küstenkinder wissen unsere Jungs mittlerweile auch: „Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung“. Wir kommen immer wieder!

Autorin Sina H. aus Berlin

4 Kommentare

Linda H. schrieb am 27. Juni 2016, 11:59 Uhr:
Toller Bericht! Ich liebe das Meer. Es ist immer wieder wunderschön dort. In St. Peter ording war ich persönlich noch nicht, würde aber unheimlich gerne mal hin.)

Lothar S. schrieb am 14. Juli 2016, 22:01 Uhr:
Nein noch Nie war Ich da! Will gerne mal hin Soll Traumhaft sein!)

Matthias Huzele schrieb am 17. Juli 2016, 12:42 Uhr:
das schönste was es gibt)

Markus schrieb am 17. Juli 2016, 23:30 Uhr:
Toller Bericht. Tolle Alternative zum teuren Ausland. Deutschland ist auch immer wieder schön.)


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